Wohlen
Dieses junge Aargauer Paar bereitet Burger für Leib und Seele zu

Mit der Eröffnung ihres «Tom’s Diner» in Wohlen erfüllt sich für Carmen Stadelmann und Thomas Gieler heute ein lang gehegter Traum.

Pascal Bruhin
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Thomas "Tom" Gieler und Carmen Stadelmann setzen auf die amerikanische Küche.

Thomas "Tom" Gieler und Carmen Stadelmann setzen auf die amerikanische Küche.

pbr

«Wir haben keinen Plan B», sagen Carmen Stadelmann und Thomas «Tom» Gieler aus dem zugerischen Risch. Mitten in der Coronakrise und dem erneuten Gastrolockdown wagt das junge Paar nicht nur den Sprung über die Kantonsgrenze, sondern auch den Gump in die Selbstständigkeit mit einem eigenen Restaurant. Heute eröffnen sie ihr «Tom’s Diner» an der Anglikerstrasse 3 in Wohlen, wo bis vor kurzem noch das «Jensen’s Food Lab» beheimatet war.

«Es war ein Zufall, dass wir dieses Lokal gefunden haben», sagt Tom. «Wir mussten diese Chance einfach ergreifen.» Der gebürtige Deutsche ist mit seinen 35 Jahren bereits ein alter Hase in der Gastronomie, war schon in diversen Restaurants der Schweiz und im Ausland tätig. Noch bis Ende Dezember war er als Koch im Gilde-Restaurant zur Linde in Rotkreuz beschäftigt.

Schweizer Burger statt Schwäbische Maultaschen

Doch der Wunsch zur Selbstständigkeit begleitete ihn und seine gleichaltrige Partnerin Carmen, die weiterhin Teilzeit als Dentalhygienikerin arbeiten wird, schon seit längerem. Für Tom ist es dabei nicht das erste Mal, dass er selbstständig ist. Bereits in Stuttgart führte er erfolgreich ein Restaurant mit Biergarten und traditioneller Schwäbischer Küche.

Maultaschen oder Spätzle sucht man auf der Karte des «Tom’s Diner» aber vergebens. «Wir wollten etwas völlig neues machen», sagt Tom. In seinem Lokal setzt er auf amerikanische Küche mit Schweizer Seele. «Swiss Soul Food», nennt der Küchenchef seine Kreationen. Der Begriff bezeichnet eine einfache, aber qualitativ hochwertige Küche. «Das Essen soll gut sein für die Seele», meint er. Burger, Wraps, Spare Ribs und Chicken Wings will das Paar seinen Kunden kredenzen. Die Idee dazu kam ihm auf Reisen auf dem amerikanischen Kontinent. «Es gibt eine Nachfrage für hochwertige Burger», ist sich Tom sicher. Die zentrale Lage an der vielbefahrenen Anglikerstrasse sei dafür als Standort ideal, findet das junge Paar.

Buns vom Rüebliland-Beck, Patties aus dem Murimoos

«Alles selbst gemacht», lautet das Credo von Tom und Carmen. So haben die beiden nicht nur den Innenausbau des Lokals komplett selbst bewerkstelligt, sondern ziehen das Motto konsequent bis in die Küche durch. «Wenn man einen Burger richtig macht, ist das kein Fast Food», meint Tom. «Es steckt viel Handwerk dahinter.»

Das ursprüngliche Handwerk ist es denn auch, dass er an vorgängigen Arbeitsorten – er arbeitete unter anderem in der Gastronomie am Flughafen Zürich – vermisste. Saucen und Dips stellt Tom selbst her. Lokale Produzenten zu berücksichtigen ist dem Paar wichtig. So werden die Burgerbrötchen, die sogenannten Buns, nach Toms Rezept von der Rüebliland-Bäckerei in Wohlen hergestellt. Das Bio-Rindfleisch für seine Angus-Burger-Patties bezieht das Paar vom Murimoos.

«Der Schweizer» – mit Gruyère-Käse und Röstistroh – sei der Burger, der beim Testessen im Familien- und Freundeskreis am meisten punktete. Für jene, die mehr möchten, gibt es jeden Burger auch als XL-, XXL- und gar als 60cm hohe XXXXL-Variante. Für Vegetarier ist eine ebenfalls hausgemachte Alternative erhältlich.

Trotz der aktuellen Unsicherheiten für die Gastronomie, glaubt das Paar an den Standort Wohlen. Ihre Gäste bedienen sie vorläufig per Take-away und Lieferdienst zwischen 11.30 und 14.00 und 17.30 bis 22 Uhr. Sobald Gastrobetriebe wieder öffnen dürfen, soll durchgängig von 11 bis 22 Uhr geöffnet sein.

Aargauer Gastro-News 2021

Uezwil, 12. Januar: Generationen kauften im Uezwiler «Stiefeliryter» Brot, assen im Restaurant oder tranken in der Bar. Mitte Januar wird er abgerissen.
12 Bilder
Schöftland, 10. Januar: Das Lokal «Haltestelle» wurde abgerissen. Die Schöftler Innenarchitekten Markus Würgler und Dominic Bäni bewahrten 33 Stühle vor der Schuttmulde
Veltheim, 6. Januar: Pächter Christian Schübert will im Februar mit dem Konzept «Trinity» im Gasthaus Bären neu starten.
Bad Zurzach, 4. Januar: Der Traditionsgasthof Schlüssel verschwindet. An seiner Stelle werden Wohnungen gebaut. Das Tavernenrecht im seit zwei Jahren leerstehenden Gebäude im Bad Zurzacher Ortskern bleibt allerdings erhalten.
Wohlen, 4. Januar: Mit der Eröffnung ihres «Tom’s Diner» in Wohlen erfüllt sich für Carmen Stadelmann und Thomas Gieler heute ein lang gehegter Traum.
Leibstadt, 31. Dezember: Ein halbes Jahrhundert haben Theres und Urs Welte-Michel ihre Gäste im Landgasthaus «Schützen» bewirtet. 1970 übernahmen sie es in dritter Generation – jetzt schalten sie einen Gang zurück.
Villmergen, 31. Dezember: Die Wohler Frits van der Graaff und Sarah Dubler wagen trotz Coronakrise etwas in der Gastronomie und haben das Villmerger Bistro «Güggibueb» neu gepachtet.
Schinznach, 22. Dezember: Rettung in letzter Sekunde: Der «Bären» schlägt im 2021 neues Kapitel auf. Der Betrieb des Schinznacher Gasthofs soll dank einer neuen GmbH gewährleistet bleiben.
Wohlen/Brugg, 22. Dezember: Weil die Kunden wegblieben, hat Marco Polo seine Hotels in Wohlen und Brugg zu möblierten Wohnungen umgestellt. Das Hotel Sonne in Bremgarten bleibt wie bisher. Und in Bremgarten gibt es bald Take-away-Sushi.
Gränichen, 17. Dezember: Ein emotionales Schreiben erreichte die Gäste des Erlebniswirtshaus Rütihof am Mittwoch. Wirt Andreas Fetscher informiert über die temporäre Schliessung bis März 2021 – aber auch über die ungewisse Zukunft.
Bözberg, 17. Dezember: Die Türen des traditionsreichen Landgasthofs Vierlinden an der Bözbergstrasse bleiben zu. Im Amtsblatt ist der Konkurs der Vierlinden Gastro GmbH vorläufig publiziert.
Koblenz, 16. Dezember: Ferdinand und Angie Breg verkaufen die Liegenschaft samt Gasthaus «Engel». Was mit dem Lokal passiert, ist ungewiss. Das Ehepaar hat derweil im Kanton St. Gallen eine neue Herausforderung gefunden.

Uezwil, 12. Januar: Generationen kauften im Uezwiler «Stiefeliryter» Brot, assen im Restaurant oder tranken in der Bar. Mitte Januar wird er abgerissen.

Andrea Weibel