Rottenschwil

Dieses Haus ist ein Stützpunkt von Vogel- und Reptilienfreunden

Das Zieglerhaus, 1793 erbaut, hat schon einen Brand überlebt und wurde in den 70er-Jahren beinahe abgerissen.

Das Zieglerhaus, 1793 erbaut, hat schon einen Brand überlebt und wurde in den 70er-Jahren beinahe abgerissen.

1793 erbaut, fällt das Ziegleraus in den 1960er-Jahren einem Brand zum Opfer. 1977 wünscht der Gemeinderat Rottenschwil, dass es abgerissen wird. Heute ist das Gebäude am Rande des Naturschutzgebiets mehr als nur der Sitz einer Stiftung.

Dass sich das Ziegleraus heute noch so prachtvoll im Schildkrötenteich spiegelt, ist beinahe ein Wunder. 1793 erbaut, fällt es in den 1960er-Jahren einem Brand zum Opfer. 1977 wünscht der Gemeinderat Rottenschwil, dass es abgerissen wird – die Kantonsstrasse hätte begradigt werden sollen. Zum Glück erhebt die Stiftung Reusstal Einsprache und erstellt ein Konzept für einen Umbau und Betrieb als Naturschutz-Informationszentrum. Unter Federführung der Stiftung wird eine halbe Million Franken in das Gebäude investiert und kann im Mai 1981 seinen Betrieb aufnehmen.

Haus birgt Überraschungen

In den letzten Monaten unterzog man die «alte Dame» erneut einigen Operationen – das Gebäude verlor über die Fenster viel Wärme und die Kokosfaserteppiche hatten die Spuren der Zeit tief in ihre Fasern aufgenommen. Wurden bis anhin mit den Elektrospeicheröfen Steine über Nacht mit Strom aufgeheizt und die Luft tagsüber in den Räumen verteilt, sorgt nun eine Wärmepumpe und den Räumen angepasste Radiatoren für angenehme Temperaturen. Dass das Zieglerhaus schon ein paar Jahre auf dem Buckel hat, machte sich beim Einbau der Heizungsrohre bemerkbar: «Weil die Mauern im Untergeschoss sehr dick sind und gegen oben dünner werden, kam das Rohr im Obergeschoss etwa einen halben Meter von der Wand entfernt zum Vorschein», berichtet Josef Fischer, Geschäftsleiter der Stiftung Reusstal.

Dank neuer Fenster und neuem Bodenbelag macht das Zieglerhaus jetzt wieder eine gute Figur. In der Zwischenzeit ist es aber längst mehr geworden, als bloss der Geschäftssitz der Stiftung Reusstal. Im Erdgeschoss wird im kommenden Herbst und Winter eine neue Ausstellung eingerichtet, die verschiedene Lebensräume des Reusstals darstellt.

Das Gebäude wird aber auch als Ausgangspunkt für Exkursionen, für Jagdausbildungen oder die Ausbildung der Feldornithologen genutzt. «Es ist zudem eine Informations- und Dokumentationsstelle», erklärt Fischer, und spricht damit auch das Archiv an. Dokumente zur Geschichte der Stiftung, aber auch die Dokumentation der Vogelbestände finden hier Platz. «Wir liefern unsere Ergebnisse auch an die Vogelwarte Sempach, die in der Schweiz die führende Institution in diesem Gebiet ist», sagt Fischer. Nicht zu vergessen sind die Anlagen und Infotafeln rund um das Zieglerhaus. Fledermäuse, Wildbienen und Amphibien finden auf dem Gelände Unterschlupf. «Wir wollen zeigen, wie Natur auch im Siedlungsraum Platz finden kann», sagt Fischer. Die Schildkröten, die momentan auf dem Boden des kleinen Sees warten, bis es wieder etwas wärmer wird, werden es ihm danken.

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