Innovative Bauern
Dieses Ehepaar pflanzt Lebensbaumkreis um ihren Biobetrieb

In Hermetschwil haben die Waltenspüls einen keltischen Lebensbaumkreis: Der Apfelbaum steht für die Liebe, die Ulme für die gute Gesinnung, die Zypresse für die Treue. Mit den 25 Bäumen wird das Energiezentrum für Besucher zu einem Ort der Kraft.

Barbara Vogt
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Lange sitzt die Krähe auf der Birke. Sie scheint sich wohl zu fühlen hoch oben auf der Krone. Kein Wunder: Das anziehende Wesen der Birke macht den Baum zu einem perfekten Gesellschafter. Sagen jedenfalls die Kelten. So sollen Menschen, die im Zeichen der Birke, am 24. Juni geboren sind, sympathisch, fleissig und sehr intelligent sein.

Die Birke ist einer der 25 Bäume, die im Kreis des keltischen Lebensbaumes von Marianne und Martin Waltenspül steht. Zum Kreis gehört auch eine kleine Baumallee. Das Ehepaar sitzt auf einer Bank vor einer Rotbuche. Im Zentrum des Kreises. Die beiden wirken entspannt. «Hier ist ein Energiezentrum. Die Bäume geben uns Kraft», sagt Martin Waltenspül. Früher habe er über solche Sache bloss ein Lächeln übrig gehabt. «Inzwischen sind die Bäume für uns zu einer Philosophie geworden.» Diese Philosophie möchte das Ehepaar bis ins Alter pflegen – und anderen Menschen mit auf den Weg geben.

Den eigenen Lebensbaum finden

Marianne und Martin Waltenspül führen einen biologischen Betrieb mit Ackerbau und sind von Wiesen, Wäldern und vielen Tieren umgeben. Ein idealer Ort für einen Lebensbaumkreis. Einige der Bäume, die zum Energiezentrum gehören, stehen seit vielen Jahren auf dem Gelände. Bei der alten Linde soll ein «Lindenhöckli» realisiert werden. Marianne Waltenspül wird da Informationen und Bücher über den keltischen Lebensbaumkreis auflegen. Auf Infotafeln vor den Bäumen erfahren die Besucher alles über dessen Bedeutung und finden so ihren eigenen Lebensbaum. «Die Besucher dürfen bei uns verweilen und sich erholen können. Sie sollen sich mit Natur, Mensch und Tier verbunden fühlen.»

Die Familie Waltenspül möchte ihr Projekt mit anderen regionalen Stätten wie den Keltengräbern in Sarmenstorf oder dem Murimoos vernetzen. Unterstützt werden Marianne und Martin Waltenspül von der Gemeinde Hermetschwil im Rahmen eines ökologischen Vernetzungsprojekts. Gemeinsam pflanzen sie die Bäume und verpflichten sich für 20 Jahre, die Bäume zu pflegen. Am 27. Oktober werden die Bäume, die noch nicht stehen, gepflanzt. 2013 feiert der erste keltische Lebensbaumkreis in der Region Eröffnung.