Büttikon

Dieses 13-jährige Talent lebt ein Leben rund um den Flügel

Die 13-jährige Valentina Barrera hat am 2. Brugger Klavier-Förderpreis Frieda Vogt abgeräumt, ihr nächstes Ziel ist der Aargauer Musikwettbewerb.

Die 13-jährige Valentina Barrera hat am 2. Brugger Klavier-Förderpreis Frieda Vogt abgeräumt, ihr nächstes Ziel ist der Aargauer Musikwettbewerb.

Valentina Barrera ist 13 Jahre alt und träumt davon, einmal in einem Orchester zu spielen.

Im März hat sie in ihrer Kategorie den zweiten Rang am schweizerischen Jugend-Musikwettbewerb (SJMW) belegt, vor knapp drei Wochen erreichte sie am zweiten Brugger Klavier-Förderpreis Frieda Vogt sogar den ersten Platz. Valentina Barrera ist mit Sicherheit keine durchschnittliche 13-Jährige. Wie kam das sympathische Mädchen mit chilenischen Wurzeln zu ihrer Leidenschaft für die Musik?

Seit ihrem vierten Lebensjahr sitzt die scheue Büttikerin am Piano. «Ein Onkel schenkte mir damals ein Spielzeugklavier zum Geburtstag», erzählt sie. Das habe ihr so viel Spass bereitet, dass sie sich zu Weihnachten ein Keyboard wünschte. «Und seit einem Jahr hast du endlich einen Flügel», fügt ihr Klavierlehrer Carlos Rojas mit einem breiten Lächeln hinzu.

«Sie versteht meine Sprache»

Seit sie sieben Jahre alt war, nimmt Valentina Klavierstunden. Bei Rojas ist sie seit Anfang dieses Jahres. «Es war Zeit für einen Wechsel, Herr Rojas fordert mich auf eine andere Weise heraus. Das war nötig, um mich weiter zu entwickeln, denke ich», hält das Nachwuchstalent fest. «Herr Rojas bringt mir bei, wie ich Melodien spielen soll, nicht nur welche.» Das war anfangs für beide nicht ganz leicht. «In den ersten Monaten haperte es ein wenig mit der Kommunikation, das ist nichts Besonderes. Jetzt versteht sie meine Sprache, das zeigt auch ihre unglaubliche Entwicklung», so Rojas.

Valentina ist im kantonalen Begabtenförderungsprogramm, so kann sie wöchentlich eine Stunde in der Schule fehlen. «Ich fehle in Ethik und Religion. Im Musikunterricht lernen wir viel über Musiktheorie, das würde ich nur ungern verpassen», begründet sie ihre Wahl.

Die Erstbezlerin übt eine Stunde täglich. Bleibt bei so viel Klavierspielen überhaupt noch Zeit für Freunde und Spielen? «Schon, einfach nicht so viel. Wenn ich beispielsweise um 16 Uhr mit der Schule fertig bin, dann übe ich eine Stunde und kann mich um 17 Uhr mit meinen Freunden Treffen. Das geht ganz gut», versichert sie. Ausserdem sei das Klavierspielen ja ihre Leidenschaft. «Wenn ich spiele, ist das einfach ein anderes Gefühl, als alles, was ich sonst kenne. Je nach Lied kann ich alle meine Emotionen in die Melodien stecken, das ist toll.»

Auch das Verbeugen soll geübt sein

Zweimal wöchentlich wird die Freiämterin in Buchs unterrichtet. «Ihre Mutter fährt sie jedes Mal hin und holt sie wieder ab, das ist grossartig», findet Rojas. Ihre Eltern seien eine grosse Stütze für sie: «Mein Vater hört mir oft beim Spielen zu. Meine Mutter gibt mir immer wieder Tipps, auch bei Dingen wie dem Verbeugen», erzählt Valentina. Ihre Eltern spielen keine Instrumente. «Meine Mama hat zwar mal Flöte gespielt, glaube ich», fügt sie nachdenklich hinzu.

Das nächste Etappenziel, wie Rojas es nennt, sei der Aargauer Musikwettbewerb im November 2018. Das letzte Mal nahm Valentina vor zwei Jahren daran teil. Damals belegte sie den dritten Rang. Dieses Ergebnis soll nächstes Jahr getoppt werden. «Bis dahin werde ich Valentinas Entwicklung immer im Auge behalten und sie so gut es geht unterstützen», so Rojas.

Valentina selber macht das Klavierspielen in erster Linie einfach Spass. «Ich weiss noch nicht, was ich werden will. Ich will sicher einmal in einem Orchester spielen, aber das geht auch mit einem anderen Beruf.» Bei so viel Disziplin kann man auf jeden Fall davon ausgehen, dass man noch viel von ihr hören wird.

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