«Man kann nicht immer gut gelaunt sein, aber eine gewisse Freude an den Tag legen, das sollte man.» Mit dieser Einstellung – und vor allen Dingen mit viel Freude – geht Adolf Nauer nun schon seit 30 Jahren seinem Job nach. Seit er am 1. Februar 1988 seine Stelle als Werkhofmitarbeiter angetreten hat, gibt er alles für das Dorf, mit dem er sich so verbunden fühlt. Aus diesem Grund hat der Häggliger auch zehn Jahre nach seinem Stellenantritt die Leitung des Werkhofes übernommen.

In all den Jahren waren Nauers Arbeitstage sehr abwechslungsreich, aber auch anstrengend. Zusammen mit seinem Mitarbeiter muss er die Strassen sauberhalten und pflegen, die Schulanlagen auf Vordermann bringen und sich um Kanalisationen, Abfallentsorgung und Winterdienst kümmern – und das alles zu zweit. «Manchmal kommt man da schon an den Anschlag», gibt Nauer zu. Kaum zu glauben, dass er früher, bevor 2009 sein Mitarbeiter zu ihm stiess, alle Arbeiten alleine erledigen musste.

Die Häggliger halten zusammen

Doch auch mit zwei Mann ist der Werkhof Hägglingen unterbesetzt. Das zeigt sich vor allem bei Unwettern. Wenn ganze Strassen zerstört werden und Bäume die Wege blockieren, ist Nauer auf Hilfe angewiesen. In solchen Momenten konnte er sich aber stets auf die Häggliger verlassen. Durch seine jahrelangen Mitgliedschaften in diversen Vereinen ist er im Dorf gut bekannt, so haben die Einwohner dem Strassenmeister den Arbeitsalltag schon oft erleichtert: «Ohne Leute, die einem spontan zu Hilfe kommen können, würde das nicht funktionieren.» Für diese Unterstützung ist Adolf Nauer sehr dankbar. Deshalb habe es ihn auch nie belastet, dass seine Arbeit manchmal abends in den Vereinen noch weiter ging, weil Kollegen noch mit Problemen zu ihm kamen: «Das ist so, wenn man in derselben Gemeinde arbeitet, wie man lebt», schmunzelt er.

Genau diese Nähe zum Dorf war vor 30 Jahren ein wichtiger Grund dafür, dass sich der zweifache Vater für die Stelle im Werkhof bewarb. Einerseits konnte er so den Arbeitsweg ohne Auto zurücklegen. Andererseits kam dazu, dass der gelernte Maurer, der zuvor 16 Jahre auf dem Bau gearbeitet hatte, es liebt, an der frischen Luft zu sein. Der Job bei der Gemeinde war also wie gemacht für ihn.

Wohlverdienter Ruhestand

Trotz vielen anstrengenden Tagen hat der bald 62-Jährige nie den Spass an seinem Job verloren. Von all seinen Aufgaben gibt es keine, die er weniger mag als eine andere. Doch gab es einen Auftrag, der ihm bis heute besonders in Erinnerung geblieben ist: «Ich durfte mithelfen, das neue Werkgebäude zweckgemäss zu gestalten. Das war eine sehr schöne Arbeit.»

Nauer, der in den kommenden Tagen zum dritten Mal Grossvater wird, freut sich trotz seiner Liebe zu seinem Job darauf, in rund vier Jahren seinen wohlverdienten Ruhestand anzutreten: «Ich werde mit einem ruhigen Gewissen in die Pension gehen.» Angst vor Langeweile hat er keine. Er möchte viel Zeit mit seinem grössten Hobby, dem Töfffahren, verbringen. «Das mache ich schon, seit ich 18 Jahre alt war», strahlt Nauer. Weiter geht er gerne in die Berge – zu Fuss, mit Kletterausrüstung oder auf den Ski. Und zu Hause in seinem Garten gibt es ebenfalls viel zu tun. So wird er auch in Zukunft weiter an der frischen Luft arbeiten. Bis es jedoch so weit ist, gibt es noch eine wichtige Aufgabe zu erledigen: «Mein Ziel bis zur Pension ist es, das Bauamt in gute Hände zu geben.»