Am Samstag in Unterkulm haben sie abgeräumt. Andreas und Lukas Döbeli schafften es am Nordwestschweizer Jungschwingertag beide in den Schlussgang und legten dort ihren jeweiligen Gegner auf den Rücken.

Dieser erste Doppelsieg seiner Söhne an einem bedeutenden Jungschwingeranlass war ein ganz spezieller Moment für Magnus Döbeli. Er war einst selber aktiver und erfolgreicher Schwinger und hat sich danach als technischer Leiter des Aargauischen Schwingerverbandes während Jahren stark für die Nachwuchsförderung engagiert. «Diese Erfolge meiner Söhne erfüllen mich mit Stolz. Sie haben das sensationell gemacht.»

Sieg an Sieg gereiht

In die Hosen gestiegen sind der 16-jährige Andreas und der 14-jährige Lukas vor acht beziehungsweise sieben Jahren. Beide waren von Anfang an vorne dabei. Lukas, der gegen die meisten seiner Gegner in den ersten Jahren vor allem auch seine körperliche Überlegenheit ausspielen konnte, reihte Sieg an Sieg: «Ich bin in meiner bisherigen Karriere schon mehr zuoberst auf dem Podest gestanden als auf dem 2. oder 3. Platz, erklärt er selbstbewusst. Nicht ohne jedoch zu betonen, dass seine Gegner mittlerweile körperlich aufgeholt haben und es für ihn in Zukunft wohl etwas schwieriger wird.

Andreas, der sich bisher oft gegen körperlich deutlich stärkere Gegner behaupten musste – wie am Samstag am Schlussgang im Wynental – hat ebenfalls schon verschiedene Kantonale Nachwuchsschwingertage gewonnen. So im vergangenen Jahr jene von Ob- und Nidwalden.

Für ihn hat in Unterkulm nun auch die Aktivkarriere begonnen. Am Sonntag startete er am Aargauer Kantonalschwingfest erstmals bei den «Grossen». Er machte in den sechs Gängen mit zwei Niederlagen, zwei Gestellten und zwei Siegen eine gute Figur und klassierte sich im Mittelfeld der Rangliste.

«Ich hatte mir etwas mehr erhofft», sagt Andreas selber jedoch trocken. Das müsse an den nächsten Schwingfesten dann schon noch etwas besser laufen. Sein Ziel ist es, dieses Jahr bei den Aktiven Routine und Erfahrung zu sammeln und 2015 den ersten Kranz zu holen.

Konsequentes Training

Das geht nicht ohne konsequentes Training. Der KV-Lernende beim Bauernverband Aargau steht zweimal pro Woche im Sägemehl und zweimal auf der Ringermatte, sein Bruder Lukas trainiert zweimal.

Beide betonen, dass sie dort konsequent ans Werk gehen: «Wir haben einen sehr guten Trainer, der uns sehr viel beibringt, aber auch diszipliniertes Arbeiten verlangt.»

Andreas wie Lukas sind sehr ehrgeizig und haben, wie ihre Eltern bestätigen, einen unbändigen Willen, im Schwingen zu den Besten zu gehören: «Beide setzen einen Grossteil ihrer Freizeit für den Sport ein. Das ist sicher mit ein Grund dafür, dass sie so erfolgreich sind», sagt Mutter Käthi, die ebenfalls aus einer Schaffhauser Schwingerfamilie stammt. «Mein Vater war lange Jahre aktiver Schwinger und mein Bruder, der Götti von Andreas, ebenfalls.»

Fast logisch, dass Andreas und Lukas kaum je in den Sägemehlring steigen, ohne dass ihre Kämpfe von einem Familienmitglied verfolgt werden. «Wir sind meistens dabei, oft auch weitere Mitglieder unserer Familie», sagen Käthi und Magnus Döbeli. Und betonen, dass Schwingen nicht nur für ihre Buben, sondern auch für sie zum Leben gehört.