Sarmenstorf
Dieser Turnverein ist bereits 125 Jahre alt – und immer noch topfit

Der Turnverein feiert seinen grossen Geburtstag mit dem Freiämtercup und einem Jubiläumsfest.

Verena Schmidtke
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Die strammen Sportler des Turnvereins Sarmenstorf in einer Aufnahme aus dem Jahr 1957. Kraft, gepaart mit Schwung und Eleganz, am Pauschenpferd. Fotos: zvg

Die strammen Sportler des Turnvereins Sarmenstorf in einer Aufnahme aus dem Jahr 1957. Kraft, gepaart mit Schwung und Eleganz, am Pauschenpferd. Fotos: zvg

Verena Schmidtke

Grosse Dinge kündigen sich beim Turnverein Sarmenstorf an. «Die Einsatzpläne sind gedruckt, die T-Shirts verteilt. Noch eine Sitzung und dann sind wir startklar», kommentiert Turnvereins-Präsident Daniel Köchli die Ereignisse. Am 26. Mai begeht der Verein feierlich sein 125-Jahr-Jubiläum. Das ist nicht der einzige herausragende Anlass, am Tag vorher richtet der Turnverein Sarmenstorf den Freiämtercup aus, zu dem rund 2000 Teilnehmer erwartet werden. Wenn das keine gute Gelegenheit zum Feiern ist.

Am 16. Juli 1893 entschlossen sich 18 Männer in Sarmenstorf dazu, einen Turnverein zu gründen. Das sei vor der Gaststätte «Zum Wilden Mann» geschehen. «Mittlerweile umfasst die Vereinsgeschichte 40 Bundesordner, die sorgsam im Estrich der Mehrzweckhalle aufbewahrt werden», so Köchli. Aus den Anfängen weiss er zu berichten: «Damals waren Turnschuhe sehr teuer, die konnte sich keiner leisten.» Auch sonst habe die Ausstattung der Turner aus ziviler Kleidung mit roter Bauchbinde bestanden. Aus Stolz auf den Verein habe man die Bauchbinde sogar während der Arbeit getragen.

Zu den damaligen Sportarten sagt er: «Zunächst begnügten sich die Sportler mit Hoch- und Weitsprung, sowie Körperschule. Dazu kamen noch die Traditionssportarten Schwingen und Steinstossen.» Auf Dauer sei das den Turnern wohl etwas eintönig erschienen, Turngeräte wurden ins Auge gefasst. Da die nicht günstig waren, habe sich der Verein zu einer Kollekte entschlossen. 1897 erfolgte die zweite Sammlung, dieses Mal für ein Vereinsbanner. Auch in Sachen Kleidung tat sich etwas: «Es gab eine weisse Kniehose, ein weisses Turnleibchen mit schwarzer Halseinfassung und eine rote Bauchbinde.»

Das OK: Marco Stettler, Remo Stettler, Fabbio Langone , Jan Schweingruber (hinten, von links) sowie Roger Brun, und Sven Widmer (vorne kniend, von links).

Das OK: Marco Stettler, Remo Stettler, Fabbio Langone , Jan Schweingruber (hinten, von links) sowie Roger Brun, und Sven Widmer (vorne kniend, von links).

Verena Schmidtke

Höhen und Tiefen

«Höhen und Tiefen in der Vereinsgeschichte gab es immer wieder, das verläuft ja oft wellenförmig», merkt der Vereinspräsident an. Bereits 1905 seien Mitglieder in einem Brief zu einer häufigeren Teilnahme an den Übungen angemahnt worden. 1969 erfolgte ein Schreiben an die Turner mit folgendem Inhalt: «Anhand der letzten Proben würde kein Mensch glauben, dass wir auf eine Turnvorstellung üben.» Glücklicherweise folgten auf die Krisen wieder bessere Zeiten. «Der Verein trat nicht nur bei den Turnfesten an, sondern auch bei anderen Turnvereinen, als Abendunterhaltung.» Auswärts einerseits, aber auch vor heimischem Publikum stellten die Sportler ihr turnerisches und komödiantisches Talent unter Beweis, wie etwa bei der Einweihung der neuen Mehrzweckhalle 1983.

Medaillen per Fallschirm

Zur aktuellen Situation sagt Köchli: «Im Moment können wir sehr zufrieden sein, wie der Verein aufgestellt ist. Wir sind uns aber bewusst, dass wir uns anstrengen müssen, damit es so bleibt.» Gut 50 aktive Mitglieder habe der Turnverein, die sich auf verschiedene Riegen verteilen. Dazu gehören neben der Aktivriege, auch die Jugend- und Geräteturnriegen. Für die nicht mehr ganz so aktiven Sportler, die aber fit bleiben wollen, gebe es auch attraktive Angebote. Höhepunkt des Jahres sei immer die Turnshow.

«125 Jahre Turnverein ist ein besonderes Jubiläum, das muss natürlich gefeiert werden.» Passend dazu richte der Turnverein zusammen mit der Damenriege Sarmenstorf den Freiämtercup aus. «Daran nehmen mehr als 30 Vereine aus der Umgebung teil.» Die Sportler messen sich in Disziplinen wie Gerätekombi, Sprung und Schulstufenbarren. Dazu gebe es Wettkämpfe in den Bereichen Aerobic sowie Gymnastik. «Ausserdem dürfen Traditionssportarten wie Steinheben und -werfen nicht fehlen.» Weiter gehe es am Tag darauf mit dem beliebten Programmpunkt «Di Schnellschte Sarmenstorfer».

«Hoffentlich spielt das Wetter mit», sagt Köchli, «dann werden die Medaillen spektakulär übergeben. Wir haben für 17 Uhr einen Fallschirmsprung organisiert.» Damit sei die Feier aber nicht vorbei, ab 20 Uhr gehe es mit einem bunten Showprogramm weiter. «Da haben wir uns einiges überlegt. Es gibt einen Rückblick mit vielen Fotos und noch mehr.» Abschliessend fügt Daniel Köchli geheimnisvoll hinzu: «Ausserdem haben wir eine Überraschung, aber dazu verrate ich jetzt nichts.»