In strömendem Regen war Transportsanitäter Andreas «Popi» del Popolo am Dienstag auf dem Rückweg aus dem Wallis. Beim Autoverlad des Lötschbergtunnels stand sein Auto hinter einem mit Aargauer Kennzeichen, darin eine Mutter und ihr 12-jähriges Mädchen.

Das Kind musste zur Toilette, ein grosses Problem, denn sie sitzt im Rollstuhl. Del Popolo beobachtete die Mutter, die sich abmühte, um den Rollstuhl aus dem Auto zu heben. Kurzerhand stieg er aus und half. So kamen die Erwachsenen, die zufälligerweise beide im Freiamt wohnen und arbeiten, ins Gespräch.

Was sie ihm erzählte, ging ihm tagelang nicht aus dem Kopf. «Die Mutter ist alleinerziehend», beginnt del Popolo. «Das Kind erlitt einen Schaden bei der Geburt und sitzt seither im Rollstuhl. Doch den Rollstuhl, den das Mädchen momentan besitzt, kann sie nicht einmal selber bewegen. Ihr fehlt die Kraft dazu.»

Die Mutter erzählte dem Sanitäter von ihren Sorgen und den Mühen, die mit dem Rollstuhl verbunden sind. «Ein elektrischer Rollstuhl ist für Menschen mit einem solche Handycap besser geeignet. Doch die Frau sagte, dass keine der zuständigen Stellen einen solchen Rollstuhl bezahle.»

Das Schicksal der Familie brachte del Popolo ins Grübeln: «Zwei Mal im Monat fahre ich Rollstuhltransporte der Pflegi Muri. Ich weiss, wie schwierig es ist, überhaupt mit einem Rollstuhl umzugehen. Das Mädchen braucht unbedingt einen, den es auch selbst bewegen kann."

Fan-Netzwerk nutzen

Die Mutter und er tauschten ihre Nummern aus, und in del Popolo wuchs die Idee, der Familie zu helfen. Gestern Morgen schrieb er einen Beitrag auf Facebook, berichtet er von der Geschichte des Mädchens und rief zum Spenden auf.

Facebook: Diesen Aufruf veröffentlichte der Rettungssanitäter

«Wenn jeder circa fünf Franken sponsert, kriegen wir es hin, dem Kind einen elektrischen Rollstuhl zu ermöglichen», schrieb er und fügte an: «Gemeinsam sind wir stark.»

Inzwischen wurde der Beitrag mehr als hundert Mal geteilt und del Popolo erhält stetig positive Rückmeldungen: «Viele sind bereit, mehr zu überweisen. Ich bin begeistert, welche Wellen der Beitrag schlägt und auf wie viel Solidarität er stösst.»

Doch elektrische Rollstühle sind teuer: «Ein günstiger Rollstuhl kostet 3000 Franken, andere Modelle mehr als 22 000 Franken.» Der Transportsanitäter will sein Netzwerk nutzen, um das Ziel von 3000 Franken zu erreichen.

Denn del Popolo rettet nicht nur Menschen, er bringt sie auch zum Lachen: «Ich moderiere das Open Air Fahrwangen und trete mit Comedy-Programmen auf.» Er war schon mit Peach Weber bei Happy Day, zu Gast bei Glanz und Gloria und besitzt einen eigenen Fanclub.

«Leute unterhalten und Leuten helfen, das macht mir Spass. Ich möchte der Familie ermöglichen, ihren Alltag beschwerdefrei zu bewältigen», sagt «Popi». Als er der Mutter am Telefon von der Spendenaktion erzählte, sei sie in Tränen ausgebrochen. «Bis zum 10. Februar werde ich den Beitrag noch online lassen. Sollten die gesammelten Spenden bis dahin nicht ausreichen, werde ich den Rest selbst übernehmen.»

Spenden können Sie an: Andreas del Popolo
IBAN CH34 0025 8258 1007 5940 D
UBS Wohlen