Dieser Unterricht ist Lebensschule: In der Kanti Wohlen können die Drittklässler im Projektunterricht das Thema Entwicklungshilfe wählen. 24 Schülerinnen – ausschliesslich Frauen – haben das getan. Ihre Aufgabe: Spenden für ein Wohltätigkeitsprojekt ihrer Wahl zu sammeln. In diesem Fall sind das drei Dörfer in Malawi, Südostafrika. «International Project Aid» ist in drei Ländern aktiv: Albanien, Kamerun und Malawi. Wir entschieden uns nach einer Abstimmung für Letzteres», erklärt Sara Jurkovic (18). Mit der Organisation haben die jungen Frauen ein Konzept zur Förderung der Landwirtschaft geschaffen. Ihr Ziel: die Landwirtschaft in der Region langfristig zu verbessern.

Ziel: 120'000 Franken

Das Projekt ist in drei Teile gegliedert. Um alle drei zu realisieren, sind 120'000 Franken nötig. Diese Summe wollen die motivierten Schülerinnen unbedingt erreichen. Dafür arbeiten sie viel länger als die von der Schule vorgegebenen vier Stunden pro Woche. Der Unterricht dient mehr zur Planung und Reflexion der zahlreichen Benefiz-Projekte der Klasse. Die Einwohner der Dörfer in Malawi werden laufend über das Geschehen an der Kantonsschule informiert.

Die rund tausend Dorfbewohner sind hoch motiviert und arbeiten eng mit der Organisation zusammen. In der Schule vertritt Pietro Tomasini die Hilfsorganisation International Project Aid. Zusammen mit der Lehrerin Sylvia Jasseng leitet er den Projektunterricht. Sie koordinieren die vielen Aktionen der Schülerinnen und geben ihnen wertvolle Tipps. Die sind nötig: «In der Diskussion wurde schnell klar, wie aufwendig die Spendenaktionen sind», erzählt Jurkovic. Die Spendensammlung sei noch ganz am Anfang. Kuchenverkäufe im ganzen Freiamt, Vorträge bei Rotary Clubs und unzählige Briefe an Privatspender sollen aber das nötige Geld einbringen. Was sie bewirken, wird vielen erst im Laufe des Projektunterrichtes bewusst.

Diskussionen rauben Zeit

«Unsere Projektarbeit macht Sinn. Bei anderen Arbeiten hat man nach der Abgabe nichts davon. Wir helfen Menschen langfristig», findet die Schülerin Edona Ajimi (18). Einen negativen Aspekt hat der Projektunterricht jedoch: «Wir hätten mehr machen können, wenn wir nicht so viel Zeit mit Diskutieren verplämpert hätten. Aber man hat wohl immer das Gefühl, man hätte mehr machen können.»

Der Projektunterricht endet im Frühling. Die Spenden werden jedoch bis Ende November gesammelt. So lange bleibt noch Zeit, die Zielsumme zu erreichen. «Der Projektunterricht war eine coole Erfahrung. Man lernt etwas fürs Leben», findet Sara Jurkovic.

Spenden an: International Project Aid, IBAN: CH97 0070 0110 0034 4139 5