Grossratswahlen

Dieser junge Freiämter setzt im Wahlkampf auch auf Facebook und Co.

Alain Bütler, Grossratskandidat SVP Bezirk Muri in Kallern.

Alain Bütler - Grossratskandidat SVP Bezirk Muri

Alain Bütler, Grossratskandidat SVP Bezirk Muri in Kallern.

Agronomie-Student und Informatiker Alain Bütler (25) aus Kallern kandidiert als Grossrat für die SVP im Bezirk Muri. Bei der Wahl sollen ihm auch die Sozialen Medien helfen.

Zwei mächtige Kastanienbäume thronen direkt am Strassenrand von Kallern hinauf zum Unterniesenberg. Zwischen den Bäumen ein Steinbänkli. Ein einladender Ort mit Fernsicht übers Bünztal bis in die Zentralschweizer Alpen. Ruhig und mitten in der Natur. Eigentlich würde man denken, dass hier die Welt noch in Ordnung ist.

Nicht ganz. Auch hier liegen PET-Flasche, Aludosen und Abfall neben dem Bänkli in der Wiese. Flugs nimmt Alain Bütler den Dreck zusammen. Der 25-jährige Kallerer stört sich am Littering an einem seiner Lieblingsorte. Bütler wohnt nur unweit davon auf dem Bauernhof seiner Eltern, wenn er nicht gerade unter der Woche in Bern am studieren ist.

«Landwirtschaft ist ganz klar einer meiner Themenschwerpunkte»

«Landwirtschaft ist ganz klar einer meiner Themenschwerpunkte»

Der 25-jährige Alain Bütler aus Kallern kandidiert für die SVP Bezirk Muri für den Grossen Rat.

Nächsten Sommer möchte er sein Bachelor-Studium als Agronom abschliessen. Vielleicht als amtierender Grossrat. Bütler kandidiert wie schon vor vier Jahren für die SVP des Bezirks Muri. Damals realisierte er 1880 Stimmen. Nun ist er auf Listenplatz drei hinter den Bisherigen Daniel Urech und Nicole Müller-Boder und soll mithelfen, den Platz der abtretenden Milly Stöckli für die SVP zu sichern.

Politisch ist Alain Bütler seit der Teenagerzeit engagiert. Das Interesse steigerte sich mit der Teilnahme am Freifach Politik in der Bezirksschule. «Wir füllten damals den Smartvote-Spider aus und als ideale Partei kristallisierte sich für mich die SVP beziehungsweise die Junge SVP heraus», sagt er. Er besuchte einige Anlässe und rutschte so früh ins Parteigeschehen.

Erfahrung aus früheren Wahlkämpfen

Vor seinem Studium schloss Bütler eine Informatiker-Lehre mit der Berufsmaturität ab. Für die Junge SVP des Kantons Aargau, die er seit drei Jahren präsidiert, kandidierte er 2015 und 2019 auch für den Nationalrat. Die Erfahrung aus den Wahlkämpfen kommt ihm diesen Herbst auch vor den Grossratswahlen zugute.

«Ich kann sicher profitieren. Es hilft, wenn man eine gewisse Routine zum Beispiel beim Plakatieren hat», sagt Alain Bütler. Als hauptsächliche Interessensgebiete bezeichnet er drei Punkte. «Von meinem gelernten Beruf, dem Studium und dem Militärdienst liegen mir die Agrarpolitik, die Wirtschaftspolitik und die Sicherheitspolitik am nächsten, weil ich zu allem einen Bezug habe», erklärt der Kallerer.

Für den Bezirk Muri würde er sich in Aarau besonders in zwei Belangen einsetzen. «Wichtig ist, gerade jetzt in der Coronakrise, dass einerseits dem Gewerbe und den KMU möglichst wenig neue Regeln und Vorschriften auferlegt werden. Und andererseits die Herausforderungen für die Landwirtschaft auf regionaler Ebene nicht grösser werden. Denn das Freiamt ist eine sehr ländliche Gegend», umschreibt Bütler seine Ansichten.

Alain Bütler an einem seiner Lieblingsplätze am Unterniesenberg mit Blick ins Bünztal.

Alain Bütler an einem seiner Lieblingsplätze am Unterniesenberg mit Blick ins Bünztal.

In seinem Wahlkampf möchte er auch seine Generation ansprechen, die noch weniger politaffin ist. Via Social Media. «Ich kann auf Facebook verhältnismässig sehr viele Leute direkt erreichen für einen geringen finanziellen Aufwand. Es wäre der falsche Weg, dies nicht zu nutzen. Die Konkurrenz schläft nicht», sagt Alain Bütler. Auf seiner Facebookseite folgen ihm rund 380 Personen.

Trotz seines grossen Engagements für die Politik und dem Studium bleibt ihm noch Freizeit übrig. Bütler ist Mitglied bei der Regiofeuerwehr Freiamt-Mitte und auch Co-Präsident der Challerer Dorfjugend. Auf die Rückkehr in seine Heimat Kallern freut er sich immer sehr – besonders nach langen Studienwochen in Bern. Und geniesst dann die Ruhe und den Blick übers Bünztal unter den Kastanienbäumen.

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