Sins

Dieser Jodelgesang geht unter die Haut

Der Jodlerklub Heimelig präsentiert unter der Leitung von René Arnold (Zweiter von rechts) ein ausgewogenes, eindrückliches Konzertprogramm.

Der Jodlerklub Heimelig präsentiert unter der Leitung von René Arnold (Zweiter von rechts) ein ausgewogenes, eindrückliches Konzertprogramm.

Der Jodlerklub Heimelig bietet erneut ein begeisterndes Konzert und ein Theater, das für gute Laune sorgt.

Zwei der fünf Jahreskonzerte mit Volkstheater des Jodlerklubs Heimelig gingen am letzten Wochenende in Sins unter der Leitung von René Arnold mit grossem Erfolg über die Bühne.

Der Jodlerklub Heimelig erreicht nicht nur bei Wettbewerben regelmässig die Bestnote, sondern singt sich auch immer wieder in die Herzen zahlreicher Fans, die von weit her anreisen, um seine Konzerte zu besuchen. Die ersten beiden von insgesamt fünf Aufführungen der traditionellen Jahreskonzerte waren am Wochenende restlos ausverkauft.

Mit Gefühl und Humor

Das Programm zeichnet sich aus durch eine aussergewöhnliche, vielseitige Liederauswahl sowie durch die sehr einfühlsame Interpretation von Seiten des Chors. Einer der Höhepunkte ist das Stück «I dänk chli nah» von Ueli Moor, eine liebevolle Ode an die kraftspendende Schweizer Natur und Landschaft mit eindrücklichen Soli, gesungen von Roger und René Arnold.

Auch «Dankbar si» von Josef Dubach geht thematisch in diese Richtung, ein Stück mit wunderschönen Jodelpassagen und einem anspruchsvollen Tenorsolo von Präsident Thomas Huwiler. Zum Programmauftakt wird das urchige Stück «Bärg-Arve» präsentiert, einem alten Baum und dem Schweizer Volk gewidmet, die beide schon manchem Wetter getrotzt haben, voller Ecken und Kanten, aber dennoch «em Herrgott s’liebscht Chind» sind. Besonders frisch und modern kommt das «Mythe-Lied» daher, das die Abendstimmung über den beiden markanten Innerschweizer Bergen beschreibt.

Ein bewährtes Erfolgsrezept

Als Kontrast dazu gibts Humorvolles, wie das heitere «Trinkliedli», in dessen Verlauf den Sängerinnen und Sängern sogar ein Glas zum Anstossen serviert wird und das damit einen gelungenen Programm-Schlusspunkt setzt. Oder die eigenwillig getextete Variation des Volksliedes «Gang rüef de Brune», welche das heutige Alpleben mit all seinen modernen Errungenschaften gutmütig aufs Korn nimmt.

Dieses Stück wird vom Hausi-Chörli, einer eigenständigen Kleinformation des Jodlerklubs Heimelig vorgetragen. Ein stimmiges Schwyzerörgeli- und Gesangsduett der Geschwister Betschart aus Mühlau rundet das Programm ab. «Wir nehmen immer auch moderne Literatur zeitgenössischer Komponisten ins Programm auf», sagt Dirigent René Arnold. «Das zieht vor allem junge Sängerinnen und Sänger an.» Die gute Durchmischung von älteren und jüngeren Stimmen sei sicher Teil des Erfolgs, ist er überzeugt. Seit den letzten Jahreskonzerten sind drei neue Mitglieder im Chor aufgenommen worden: die beiden erfahrenen Jodlerinnen Ursula Hurschler und Josette Stadler sowie der Sänger Armin Schmidlin.

«Ausserdem singen wir alles auswendig. So hat man mehr Gestaltungsspielraum und die Lieder klingen emotionaler», erklärt Arnold weiter. «Und dann», sagt er, «tragen natürlich auch die Volkstheater zum Erfolg unserer Veranstaltung bei. Diese sind bei unserem Publikum nach wie vor beliebt, weil sie mehr Tiefgang haben als gewöhnliche Lustspiele.» Wenn möglich und passend – so auch dieses Jahr – wählt man ein Stück des von Josef Brun aus, der Mitglied im Sinser Chor ist.

Liebeleien und Missgeschicke

Im Anschluss an die musikalischen Darbietungen wird das Schauspiel in drei Akten «De Förschter vo de Waldegg» aufgeführt. Regie führt Thomas Huwiler.

Die Försterfamilie Tanner auf der Waldegg trifft das Schicksal hart, als ihre Mutter Theres nach einer Operation erblindet. Ihr Mann verfällt deshalb dem Alkohol, Tochter Vreni verlässt ihren Freund Carlo und zieht mit ihrer neuen Flamme in die Stadt. Tochter Heidi ist just mit dem jungen Mann liiert, der die Försterstelle ihres Vaters übernehmen soll. Die Spannung nimmt zu, als sich auch noch allerhand merkwürdiges Volk auf der Waldegg herumtreibt. Immer wieder für Spass und gute Laune sorgen in diesem sehenswerten Theaterstück der Forstarbeiter Thedöri und seine Frau Rösi sowie der temperamentvolle Italiener Carlo.

Weitere Aufführungen: Freitag und Samstag, 17. und 18. April, 20 Uhr, Sonntag, 19. April, 13.30 Uhr. Weitere Informationen unter www.jodlerklub.com.

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