Sins

Dieser Fussballclub hat erneut nur die Aufstiegsrunde im Visier

Mica Dedic hat vor dreieinhalb Jahren als Spielertrainer in Sins begonnen und wirkt seither mit beachtlichem Erfolg.

Mica Dedic hat vor dreieinhalb Jahren als Spielertrainer in Sins begonnen und wirkt seither mit beachtlichem Erfolg.

Die Aargauer «Südstaaten»-Fussballer sorgen in der Innerschweiz für positive Schlagzeilen.

In der Aargauer Fussballlandkarte sucht man den Namen FC Sins vergebens, obwohl die Südfreiämter politisch zum Kanton Aargau gehören. Das erstaunt wenig, denn der FC Sins hat sich wie der südlichste Aargauer Verein, der Fussballclub Dietwil, dem Innerschweizer Fussballverband angeschlossen. Die Aargauer Metropolen Aarau, Baden und Zofingen liegen für Sins und Dietwil in weiter Ferne, dafür sind Zug und Luzern praktisch vor ihrer Haustür.

Weil die Fanionteams dieser beiden Vereine bisher nie über die regionalen Ligen hinausgekommen sind, finden sie in ihrem Wohnkanton auch kaum Beachtung. Als klare Nummer eins hat sich über die Jahre hinweg Sins etabliert. Meist spielte man in der dritten Liga. Vor einigen Jahren gar eine Liga höher. Der Abstecher war aber nur von kurzer Dauer.

Trainer bringt frischen Wind

Bis Mica Dedic vor dreieinhalb Jahren die Mannschaft als Spielertrainer übernahm, dümpelte man danach im Mittelfeld der dritten Liga herum. Das Mittelmass gehört aber seit der letzten Saison der Vergangenheit an. Der ehemalige langjährige Erstligaspieler schaffte es mit seinem Team in die Aufstiegsrunde. Zu bestellen hatte man dort aber allerdings wenig. Von den vier Partien wurde nur die Letzte gewonnen.

«Wir wurden unter Wert geschlagen. Meiner jungen Mannschaft fehlte in diesen Spielen die Abgeklärtheit», sagt Dedic. Als Trainer sei das Erreichen der Aufstiegsspiele eine echte Bestätigung dafür gewesen, dass man mit eigenen Spielern und wenig Ressourcen viel erreichen könne, meint er weiter. In der Tat sind beim FC Sins, mit Ausnahme des Torhüters, nur Eigengewächse im Kader.

Erneut Wintermeister

Dennoch steckten die Sinser nach der missratenen Aufstiegsrunde den Kopf nicht in den Sand. Im Gegenteil: Zum Saisonbeginn, nach einer schwierigen Vorbereitungsphase, griff die Mannschaft erneut an. «Wir hatten durch die Aufstiegsspiele eine kürzere Sommerpause. Demzufolge litt in den ersten Wochen der Trainingsbetrieb darunter», erinnert sich der Trainer.

Das Startspiel in Baar ging wenig überraschend verloren. Danach fand man den Tritt und setzte sich an der Spitze fest. Einen kleinen Dämpfer setzten die letzten beiden Partien vor der Winterpause ab. Mit den Unentschieden gegen Zug 94 II und Muotathal verspielte man eine noch bessere Ausgangslage. Als Lohn für eine starke Vorrunde holte man zum zweiten Mal in Serie den Wintermeistertitel ins Freiamt. Zwei Punkte beträgt die Differenz auf Rang zwei. Vier Zähler sind es bereits auf den dritten Rang.

Trainer über Zukunft unschlüssig

Auf seine Trainerkarriere bezogen, würde Mica Dedic eine Aufgabe in der 1. Liga oder in einer Nachwuchsmannschaft reizen. Er ist sich diesbezüglich jedoch noch unschlüssig. «Ich bin mir nicht sicher, ob ich den Mehraufwand, den ein solches Amt mit sich bringen würde, auf mich nehmen will. Ich habe einen guten Job, der mich enorm in Beschlag nimmt. Kommt dazu, dass zu Hause meine Frau auf mich wartet.» Sicher sei aber, fuhr er fort, dass er nächstens das A-Diplom erwerben wolle, ergänzt er.

Was für eine weitere Zusammenarbeit mit dem Fussballclub Sins spricht, ist die Tatsache, dass sich Dedic beim Drittligisten äusserst wohl fühlt. «Ich habe als Spieler viele Vereine erlebt. Hier geht es wirklich familiär zu und her. Auch die Mannschaft ist extrem zusammengewachsen, seit ich hier bin.» Er sei sich sicher, dass praktisch alle Spieler dabei wären, wenn er heute per SMS für morgen einen Fussmarsch auf die Rigi ankünden würde, bringt er dazu ein Beispiel.

Auch an der Zukunftsperspektive fehlt es aufgrund der sehr jungen Mannschaft nicht. Gut möglich, dass Sins bald in der 2. Liga mitspielt. Mit der anstehenden Erweiterung der Sportanlage wäre man zumindest von der Infrastruktur her dafür bereit. Was für eine rosige Zukunft spricht, ist das Potenzial der Mannschaft, welche ihren Zenit erst in einigen Jahren erreichen wird.

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