Grissbrand in Israel
Dieser Freiämter Heli-Pilot löschte in Israel den Grossbrand

Der Murianer Thomas Hügli ist Berufspilot bei der Schweizer Armee und lebt in Boswil. Er sagt, das Gefährlichste an seiner Arbeit sei die Fahrt mit dem Auto vom Freiamt nach Alpnach: Thomas Hügli hat Vertrauen in die Technik seines Helikopters.

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Thomas Hügli aus Boswil

Thomas Hügli aus Boswil

AZ

«Die Dankeszeremonie mit Staatspräsident Schimon Peres und Premierminister Benjamin Netanjahu war sehr eindrücklich», sagt Thomas Hügli aus Boswil. Er ist Berufs-Helikopterpilot bei der Schweizer Armee und war im Einsatz gegen die verheerenden Busch- und Waldbrände im Norden Israels. Er flog zusammen mit 9 weiteren Schweizer Piloten und 13 Mechanikern mit den Helikoptern des Typs Cougar während zweier Tage über Italien, Athen und Zypern nach Haifa. Hier galt es, mit Löschflügen vor allem Glutnester zu bekämpfen, damit der Wind sie nicht wieder zu Flammen entfachen konnte. 2500 Liter Wasser, aus dem Meer bezogen, konnten pro Überflug über das Brandgebiet abgeworfen werden. «Hier haben einfach Menschen Menschen geholfen, unabhängig von ihrer Religion und Herkunft», stellt Hügli fest. «Die Dankbarkeit war gross.» 15 Nationen kamen Israel zu Hilfe.

Nicht gefährlich

Für besonders gefährlich hält Pilot Hügli die Löscheinsätze nicht. «Einzig das hohe Gewicht des getankten Wassers und allenfalls Einschränkungen der Sicht durch die Rauchentwicklung erhöhen das Risiko etwas», erklärt er. Bei den Flügen hatten die Schweizer Piloten einen israelischen Kollegen im Cockpit, der die Verhältnisse kennt und hebräische Anweisungen ins Englische übersetzte. Die Einsatzbefehle kamen vom örtlichen Feuerwehrkommando. «Die Orientierung hatten wir schnell im Griff, es war kein riesiges Gebiet.» Für die Schweizer Piloten war das ein nicht alltäglicher Einsatz. «Aber wir trainieren das natürlich auch; ich bin schon zweimal im Tessin Löscheinsätze bei Waldbränden geflogen.» Als besonders gefährlich beurteilt Hügli seinen Beruf nicht. Er habe Vertrauen in die Technik seines Fluggeräts. «Das Gefährlichste an meinem Beruf ist der Arbeitsweg mit dem Auto nach Alpnach», lacht er.

Vater war schon Flieger

Thomas Hügli ist in Muri aufgewachsen und stammt aus einer Fliegerfamilie. Sein Vater ist Heli-Pilot, heute bei der Swiss angestellt, «und damit war die Fliegerei in unserer Familie immer ein Thema». Er selber liess sich schliesslich bei der Armee ebenfalls zum Helikopterpiloten ausbilden - von tausend Interessenten seines Jahrgangs (1981) schafften es neun - und verpflichtete sich für acht Jahre. Diese sind um, aber Hügli sieht keine Veranlassung, seinen Arbeitgeber zu wechseln. «Es gefällt mir gut, die Arbeit ist sehr vielseitig.» Konkret fliegt der Berufspilot Material- und Personentransporte, dann und wann auch Bundesräte, einmal pro Jahr gibt es einen Auslandeinsatz in einer friedensfördernden Mission auf dem Balkan - Hügli war schon in Kosovo und in Bosnien im Dienst. «Die Einsätze im Ausland werden immer häufiger», stellt er fest. Ob Feuerbekämpfung in Griechenland oder Hilfe aus der Luft für Tsunami-Opfer: «Heute wird sofort geprüft, welche Möglichkeiten auch wir Schweizer zur Hilfeleistung haben.»

Zwei bis vier Wochen ohne Familie

Das findet er sehr positiv, auch wenn es für ihn, seine Partnerin Conny und die beiden Kinder Alessia (7 Monate) und Alia (31⁄2 Jahre) jeweils eine Trennung für zwei bis vier Wochen bedeutet. «Das gehört nun mal zum Beruf, und die Zeit eines Einsatzes ist ja absehbar», meint er nur. Den Helikopter als Fluggerät hat er gewählt, weil er ihm mehr Abwechslung bietet als etwa ein Militärjet - und auch mehr Möglichkeiten. «Die Jetpiloten trainieren immer für einen Fall, von dem sie hoffen, dass er nie eintritt. Wir Helikopterpiloten können dagegen ganz konkrete Einsätze ausführen.»
«Wir trainieren das natürlich; ich persönlich bin schon Löscheinsätze bei Waldbränden
im Tessin geflogen.»

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