Dottikon
Dieser Freiämter bestimmt, was es im Berner Inselspital zu essen gibt

Der Freiämter Vinzenz Meier hat die Leitung der Gastronomie an der Berner Uni-Klinik übernommen. An Gastro-Wettbewerben hat er schon viele Goldmedaillen gewonnen. Er weiss. Für gute Leistungen braucht es den Küchengehilfen wie den Spitzenkoch.

Toni Widmer
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Vinzenz Meier im Panorama-Restaurant des Inselspitals Bern.

Vinzenz Meier im Panorama-Restaurant des Inselspitals Bern.

Tanja Kocher

Der 43-jährige Dottiker Vinzenz Meier übernahm am 19. September die Leitung der Gastronomie am Berner Inselspital und Spital Netz Bern. Er wird damit Nachfolger von Bernhard Tanner, der die Gastronomie des Berner Universitätsspitals 1987 übernommen und in die Spitzenklasse geführt hat. Mit seinen Küchenteams und den Lernenden hat Tanner an Gastro-Wettbewerben über 20 Goldmedaillen und zahlreiche weitere Auszeichnungen geholt. Seit Anfang Jahr lag auch die Leitung der Gastronomie für die Spitäler und Heime der Spital Netz Bern AG in seinen Händen.

Vinzenz Meier weiss, was für ein Erbe er antritt und er gibt unumwunden zu, auf seine Nomination auch «es bitzeli stolz» zu sein: «Die Gastronomie des Berner Unispitals ist in jeder Beziehung ein Vorzeigeobjekt in der Schweiz. Das Essen ist hervorragend, der Betrieb ist systematisch sehr gut aufgebaut, das Team harmoniert bestens und besteht aus vielen sehr guten Fachleuten», zieht er nach anderthalb Monaten im Amt eine positive Bilanz.

Als neuer Leiter habe er sich zum Ziel gesetzt, den Betriebsbereich Gastronomie am Universitätsspital und innerhalb des Spital Netz Bern weiterhin zu fördern. «Wir wollen uns nicht auf dem beachtlichen Erbe meines Vorgängers ausruhen, sondern weiterhin eine Vorreiterrolle spielen.»

Gastronom von der Pike auf

Vinzenz Meier beherrscht sein Metier von Grund auf. In der «Linde» in Fislisbach lernte er kochen, im «Chez Jeannette», bei der vom Wohler «Bären» her bekannten Wirtefamilie Böhler, liess er sich im Service ausbilden. Es folgten die prägenden Lehr- und Wanderjahre. An der Belvoirpark Hotelfachschule Zürich und an der KV Business School in Zürich erwarb er verschiedene Fach- und Führungsqualifikationen und zuletzt den Master of Business Administration an der Hochschule Luzern.

Vor seinem Wechsel nach Bern war der 43-jährige Vinzenz Meier bei den Schweizer Jugendherbergen für den Aufbau des Bereichs Operations verantwortlich und leitete daneben 16 Herberge-Betriebe selber. Zuvor hatte er beim Gemeinschaftsgastronomie-Verpfleger SV Group verschiedene leitende Funktionen inne und unterrichtete daneben an der Belvoirpark Hotelfachschule Zürich.

Menschen sind ihm wichtig

Seinen neuer Job kommt Meiers Interessen entgegen: «Ich habe mich schon früh in meiner beruflichen Laufbahn für die Systemgastronomie und auch für das Spitalwesen interessiert. Dass ich jetzt am Universitätsspital in einem Umfeld arbeiten darf, in dem auch geforscht wird, macht den Job für mich zusätzlich spannend. Vinzenz Meier, der sich als Familienmenschen bezeichnet («Ich habe mehrere Göttikinder und bewege mich sehr gerne im familiären und kollegialen Umfeld.») zählen aber vor allem die Menschen: «Diesbezüglich ist der Spitalbetrieb unheimlich vielseitig. Wir sind nicht nur für die Verpflegung der Patienten verantwortlich, sondern auch für die über 8000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zuständig, sondern auch für jene der Gäste und für Gäste und Besucher sowie jene der Patienten.»

In seiner Tätigkeit drehe sich sehr viel um Menschen und Menschen hätten ihm schon immer viel bedeutet. «In meinem Führungssystem zählen nicht die Hierarchien, bei mir zählt jeder einzelne Mensch. Wir sind eine grosse multikulturelle Truppe. Wenn wir gute Leistungen vollbringen wollen, brauchen wir den Küchengehilfen und die Tellerwäscher ebenso wie den Spitzenkoch. Was wir erreichen, erreichen wir zusammen.»

Ein pendelnder Ur-Freiämter

Vinzenz Meier ist nach seinen Lehr-, Wander- und Ausbildungsjahren vor zwei elf Jahren wieder nach Dottikon zurückgekehrt und sesshaft geworden. Dort, wo er aufgewachsen ist und wo sein familiäres und kollegiales Umfeld stimmt, gefällt es im so gut, dass er das tägliche Pendeln nach Bern gerne in Kauf nimmt. Kennt der Gastronom Vinzenz Meier eigentlich seinen bekannten Dottiker Berufskollegen Aschi Wyrsch, den heute in Davos lebenden Präsidenten des Bündner Hotelier-Verbandes? «Ja», wir sind uns schon begegnet, aber ich weiss nicht, ob er sich noch an mich erinnert», sagt er und schiebt nach, ich werde ihm aber bald wieder begegnen mit ihm dann sicher ein bisschen fachsimpeln.»