Für die az-Serie «Frühlingsrezepte» hat er sich hausgemachtes Knäckebrot mit Frischkäse und Bärlauchblüten in Waldhonig einfallen lassen (az vom 14. April), ein ausgefallener kulinarischer Leckerbissen aus regionalen Zutaten. Er lässt sich sehr gern auf dem lokalen Markt inspirieren und reichert seine saisonalen Rohstoffe mit exotischen Gewürzen an, am liebsten mit Chili und Vanille.

Und all diese möglichst speziellen und doch nachkochbaren Kreationen stellt er auf seinen Blog, quasi sein Online-Tagebuch, das von Frühstück über Vorspeisen und Salate bis zu Hauptgerichten und selbstverständlich Desserts und Shakes reicht. Doch wer ist dieser kreative Hobbykoch, dessen Rezepte sich täglich 80 bis 90 Menschen online anschauen? «Mein Name ist Marco und ich bin sozusagen der Küchenjunge hier auf diesem Blog», schreibt er über sich.

Kochen von Oma gelernt

Der 30-Jährige hat schon immer gern gekocht – eine Seltenheit in seiner Familie. «Nur meine Oma kocht gerne. Ich glaube , dass ich von ihr die Leidenschaft fürs Kochen mitbekommen habe», sagt er. «Schon als Junge habe ich ihr gerne über die Schulter geschaut oder ihre Salatsauce probiert.» Nach der Wirtschaftsmittelschule überlegte er sich eine Kochlehre, entschied sich nach einigen Schnuppertagen jedoch dagegen. «Ich bin gerne Gastgeber, das Kochen alleine hätte mich auf Dauer nicht befriedigt.» Also entschied er sich für die Hotelfachschule.

Heute ist Züger Gastronomieberater in einem Catering-Unternehmen. «Ich bin quasi der Restauranttester Bumann für die Mensa», erklärt er lachend. «Wenn die Schülerinnen und Schüler in Schulkantinen ausbleiben oder eine Mensa neu eröffnet wird, erstelle ich Konzepte, helfe, Prozesse zu optimieren, und versuche so mitzuhelfen, die Schüler vermehrt in die Mensa zu locken.» Dabei muss er die aktuellen Foodtrends der Jugendlichen kennen, aber auch gesund und wirtschaftlich denken. «Es ist eine grosse Herausforderung, aber genau das gefällt mir an meiner Arbeit. Das, und dass es viel mit Essen und Trinken zu tun hat.»


Blogger seit vier Jahren


Die Gaumenfreuden – oder gar Gaumenporno, wie er einige seiner Gerichte betitelt – sind Zügers Leidenschaft. «Ich hatte den grossen Traum eines Kochbuchs, aber ich merkte, dass das viel Geld und Zeit in Anspruch nehmen würde. Also beschloss ich im Frühling 2012, einen Foodblog aufzuschalten. Ich hatte überhaupt keine Ahnung von Programmieren und auch das Fotografieren ist mehr Mittel zum Zweck für mich. Was ich gern tue, ist kochen und schreiben. Und ich glaube, das kommt gar nicht so schlecht an.»

Dennoch macht er die Blogeinträge in erster Linie für sich selbst. So auch jene über seine Reisen durch Asien und andere Kontinente, wo er sich nach neuen Rezepten und Aromakreationen umgesehen hat. «Ich habe mich mit anderen Foodbloggern getroffen, mich auf Märkten und in Restaurants umgesehen und sogar als Aushilfe gearbeitet, um in die Töpfe der Köche sehen zu dürfen.» Aus jedem Land hat er sich ein Päckchen mit exotischen Gewürzen und anderen Kochutensilien nach Widen geschickt.

Doch die meisten Rohstoffe kauft er regional und saisonal. «Oder ich baue sie gleich selber in meinem Garten an, auch das macht mich glücklich», erzählt er voller Freude. Und weil zu gutem Essen auch ein guter Wein gehören kann, hat der Blogger zusammen mit Freunden vor vier Jahren eine Online-Vinothek mit erlesenen Weinen von nur wenigen Winzern im In- und nahen Ausland aufgebaut. «Wir kennen sicher 80 Prozent der Winzer persönlich und können die Weine je nach Gericht oder Anlass empfehlen, das hebt uns von Online-Shops ab.» Und so rundet er seine Leidenschaft fürs Essen stilvoll ab.
Marco Zügers Rezepte finden Sie im


Internet auf www.myfoodprints.net, die Online-Vinothek auf www.meineweine.ch