«Wenn ein Auto in das Planobil krachen würde, gäbe es keine Beule, denn das Material würde wieder in seine Ursprungsform zurückspringen», erklärt Samuel Schmid.

Der Erfinder aus Bremgarten hat vor 37 Jahren neben 16 anderen ebenfalls patentierten Erfindungen ein Elektroauto mit Hydraulikpumpe entwickelt. Zum Bau des Ökoautos mit einem Durchmesser von zwei Metern kam es jedoch nie.

«Ich hätte mindestens eine halbe Million Franken investieren müssen, und das Geld hatte ich damals einfach nicht», erklärt Schmid schulterzuckend. Erfolg hatte er mit seiner Erfindung trotzdem, denn 1980 durfte er sein Planobil am Autosalon in Genf ausstellen.

Rückbank fährt rückwärts

Auf den ersten Blick ähnelt das Fahrzeug einem kleinen grünen Käfer. Das Planobil ist im Gegensatz zu herkömmlichen Autos halbkugelförmig. Die Türen sind transparent, und die Insassen sitzen über den Rädern, somit hat der Fahrer die bestmögliche Rundumsicht.

«Die Rückbank ist nach hinten ausgerichtet, denn so würden die Insassen bei einem Auffahrunfall in die Sitze anstatt in die Gurte gedrückt, was die Verletzungsgefahr deutlich mindert», nennt Schmid einen weiteren Vorteil. Die Reifen sind nicht direkt mit der Fahrerkabine verbunden: «Das Prinzip ist das Gleiche, wie bei den Panzertürmen, die sich in alle Richtungen bewegen können», erklärt der Erfinder, der sich als ehemals leitender Entwickler einer Panzerfirma bestens damit auskennt.

«Dies ermöglicht ein Wenden auf der Stelle, was beim Parkieren hilfreich und platzsparend ist.» In Schmids Vision würde das Fahrzeug mit aufladbaren Akkus anstelle von Benzin oder Diesel fahren, die den Antrieb umweltfreundlicher machen und die man, wenn sie leer sind, an Tankstellen gegen volle auswechseln könnte.

Kritik am Autosalon Genf

Mit seiner Entwicklung wollte er in den 70er-Jahren auf den Umweltschutz bei Autos aufmerksam machen. Denn die damals schon prekäre Situation in den Städten machte ihm grosse Sorgen. So entwickelte er 1979 ein Modell des Planobils.

Um das Elektroauto auf den Markt zu bringen, hat der Erfinder seine Idee verschiedenen Autoherstellern zugeschickt. Diese waren jedoch nicht interessiert: «Grössere Motoren und mehr Leistung, das war schon damals die Devise», meint Schmid. Und auch als er das Modell 1980 am Autosalon Genf ausstellte, musste er harsche Kritik von anderen Autofirmen einstecken.

Doch nicht nur der umweltschonende Verbrauch des Fahrzeugs war ihm wichtig, sicher musste es auch sein. «Das runde Design und die darin verarbeiteten Kohlenfasern schützen die Insassen besonders gut.» Und auch Stauraum für Einkäufe gibt es zwischen der Fahrer- und der Rückbank genügend, daher wäre die Erfindung auch für den Stadtverkehr geeignet.

Appell an die Autohersteller

Dass die Autohersteller mehr auf Leistung als auf Umweltschutz setzen, findet Schmid bedauernswert. Die Situation in den Städten sei heutzutage noch kritischer als vor 30 Jahren. Mit dem Planobil wollte er den Verkehr revolutionieren.

Dass sich heute schon teilweise umweltfreundliche Elektroautos und Hybride auf der Strasse tummeln, reiche bei weitem noch nicht aus, um den Planeten zu schützen. Er hofft dennoch, dass die Konzerne eines Tages umschwenken und dem Umweltschutz eine grössere Bedeutung geben würden. Eine Lösung dafür läge noch immer baubereit in seiner Schublade.