Niederwil

Diesem Metzgermeister ist die Fasnacht nicht wurscht

Thomas Peterhans, der neue Ehrenschränzer in Niederwil.

Thomas Peterhans, der neue Ehrenschränzer in Niederwil.

Thomas Peterhans wurde mit dem üblichen Zeremoniell zum neuen Ehrenschränzer gekürt. Vor der Amtseinsetzung des neuen Ehrenschränzers ist der alte mit dem traditionellen Klamauk verabschiedet worden.

Die langen Nächte stehen dem neuen Niederwiler Ehrenschränzer erst noch bevor. Das etwas bleiche Gesicht von Thomas Peterhans am Freitagabend war also nicht auf irgendwelche Randerscheinungen zurückzuführen, welche die Fasnacht gelegentlich so mit sich bringt.

Der Metzgermeister war geschminkt, und das so, wie das Niederwiler Fasnachtsmotto «Geisterschloss» es gebührt. Thomas Peterhans ist nicht der erste Niederwiler Metzgermeister, dem die Fasnacht nicht wurscht ist. 1992, vor exakt 25 Jahren sass Vater Beat (Binätsch) auf dem gleichen Thron. Und so ist einmal mehr bewiesen, dass der Narrenvirus erblich ist.

Schon früh, war an der Inthronisation im alten Schulhaussaal zu erfahren, sei Thomas mit allerhand Streichen aufgefallen. Meist unterstützt von Zwillingsbruder Markus, der den Ehrenschränzer jetzt auch als männliche Majorette durch die Fasnacht begleiten wird, unterstützt von Andi Achermann und Gerard Studer.

Wer dieses Trio kennt, ahnt, dass Thomas sich wohl bald nicht mehr wird schminken müssen, um dem Fasnachtsmotto gerecht zu werden. Gattin Iris, Vater Beat und Mutter Marlies werden zwischenzeitlich bestimmt dafür sorgen, dass es in der Reussthal-Metzgerei gleichwohl rund läuft.

«Ich will da nicht weg»

Vor der Amtseinsetzung des neuen Ehrenschränzers ist der alte mit dem traditionellen Klamauk verabschiedet worden. Marlies Töngi, verantwortlich nicht nur für dieses Zeremoniell, sondern jeweils auch für die Suche nach einem neuen Fasnachtsoberhaupt, sorgte zum Auftakt mit lustigen Versen für Stimmung: «De neui stoht dusse of de Schtäge, ech cha d’Spannung chum meh erträge», reimte sie und gab dann vorab ein paar Details zum «Neuen» bekannt: «Politisch passiv, beruflich initiativ und kreativ, in Liebesdingen intensiv.»

Der Nachfolger des abtretenden Ehrenschränzers Peter Gauch habe «scho als chline Chnopf mit de Chäpslipischtole im Dorf umeballeret», Fasnachtswagen gebaut und später schliesslich auch die Fasnachtsclique Näbelriiter mitgegründet. War es das, was Amtsvorgänger Peter Gauch zum Ausruf bewog: «Schraubt mich fest, ich will nicht runter.»

Seine Rolle an der Fasnacht 2017 hätte ihm gehabt, erklärte Gauch. Er sei überall willkommen gewesen und hätte mit seinen Fasnachtsfreunden in der Region viele tolle Momente erlebt: «Es war ein traumhaft schönes Jahr, ich habe jede Minute genossen», sagt er.

Peti, hesch’s fantastisch gmacht

Er habe seinen Job auch gut erledigt, lobte Cliquenpräsident Reto Kaufmann: «Peti, Du hesch’s fantastisch gemacht.» Dann aber war es vorbei mit der Ära des Mannes vom Bergli. Gemeindeammann Wädi Koch überreichte Nachfolger Thomas Peterhans die Schlüssel der Gemeinde.

Allerdings verbunden mit einigen Auflagen: Der Ehrenschränzer muss bis zur Uslumpete eine Person finden, die für die geplante Schulhauseinweihung im Mai/Juni als OK-Präsidentin oder -präsident fungiert, er hat dafür zu sorgen, dass die Uslumpete mit der Beteiligung von «mindestens fünf bis sieben Gruppen, darunter die Eltern Marlies und Binätsch» attraktiver wird und muss das sonst nur im Sommer betriebene Metzgerpub an der Fasnacht mindestens einmal öffnen.

Den Termin für die letzte Aufgabe gab Thomas umgehend bekannt: «Am Montag, 5. Februar heizen wir ein, es gibt Suppe mit Spatz.» Was sonst noch läuft an der Niederwiler Fasnacht sagte er auch. Es würde den hier zur Verfügung stehenden Rahmen sprengen. Deshalb: www.schraenzerclique.ch

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