Sarmenstorf
Diese junge Bäcker-Konditorin kämpft um die Schweizer-Meister-Krone

Sabrina Sattler gehört zu den besten zwölf Lehrabsolventinnen der Schweiz und darf um die Bäckerkrone kämpfen.

Loredana Di Fronzound Tommy Richner
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Sabrina Sattler steht stolz hinter ihrem selbst kreierten Schaustück aus Partybrotteig - rechts in in der Backstube.

Sabrina Sattler steht stolz hinter ihrem selbst kreierten Schaustück aus Partybrotteig - rechts in in der Backstube.

TR

Seit dreieinhalb Wochen bereitet sich Sabrina Sattler auf die Swiss Skills vor. Die Absolventin einer Bäcker-Konditor-Lehre schloss die Ausbildung in der Bäckerei Ruckli in Sarmenstorf mit einem Notendurschnitt von 5,5 ab und qualifizierte sich so für den Wettkampf. Für sie und 11 weitere Mitstreiter auf diesem Beruf, den Besten der Schweiz, beginnt der aufregende Contest heute mit einer grossen Eröffnungsfeier. Über 1000 Wettkämpferinnen und Wettkämpfer sowie Besucherinnen und Besucher aus allen Regionen der Schweiz werden vom 17. bis 21. September in Bern erwartet. In rund 70 Berufen kämpfen die jungen Lehrabsolventen um den Schweizer-Meister-Titel.

Überraschung in den Ferien

Von ihrer Qualifikation für die Swiss Skills erfuhr Sattler erst mit Verzögerung: Als sie das Telefon erhielt, befand sich die frischgebackene Bäckerlehrabsolventin noch im Tiefschlaf auf den Kanarischen Inseln. Die frohe Botschaft erfuhr sie erst beim Rückruf und war dementsprechend perplex und gleichzeitig äusserst erfreut.

Die Arbeit in einer Bäckerei bereitet ihr stets grosse Freude. «Der Beruf ist sehr abwechslungsreich. Grundsätzlich mache ich alles sehr gern, am liebsten aber Brot. Mir gefällt, dass es etwas gröber ist», sagt Sattler und fährt schmunzelnd fort: «Die Nussfüllung anzufertigen und das Verzieren von kleinen Törtchen war dagegen nie meine Lieblingsbeschäftigung.» Sie verfüge in der Bäckerei Ruckli über ein grossartiges Team, welches ihr viele Dinge beigebracht habe. Auch zu Hause versucht sie sich an vielen neuen Dingen, wobei besonders Zöpfe zu ihren Spezialitäten gehören. Um seine Tochter zu unterstützen, ihr Vater sogar eine Teigmaschine und einen kleinen Ofen in seine Metzgerei.

Am Samstag ist es dann so weit. Die 19-Jährige wird ihr Können unter Beweis stellen müssen. Für acht Stunden befindet sie sich abgekapselt in einer verglasten Backstube und fertigt dort ihre Kreationen an. Darunter befinden sich Gebäcke verschiedener Teigsorten wie Süss- oder Blätterteig. Höhepunkt soll ihr Schaustück, ein Igel aus Partybrotteig, werden. Unterstützt wird sie vor Ort von ihrem Freund und ehemaligen Lehrmeister Markus Ruckli. An der Preisverleihung am Sonntag stossen dann auch ihre Eltern dazu.

Vorbereitung trotz neuer Lehre

Obwohl Sattler bereits eine neue Lehrstelle als Köchin angetreten hat, ist sie während der Vorbereitung immer noch eineinhalb bis zwei Tage pro Woche in der Bäckerei. Für die Unterstützung, welche sie von ihrem ehemaligen Lehrbetrieb erhält, ist sie sehr dankbar: «Ich bin wahnsinnig froh, dass mir hier so gut unter die Arme gegriffen wird. Ich darf zum Üben sämtliche Ressourcen wie Öfen benutzen und Rohmaterialien gratis beziehen. Markus Ruckli, mein ehemaliger Chef und Inhaber der Bäckerei, ist der perfekte Berater und gibt mir hilfreiche Tipps.» Aber auch ihr neuer Chef sei sehr verständnisvoll und lasse sie in aller Ruhe ihren Vorbereitungen nachgehen.

Und wie stehen die Chancen auf den Sieg? «Es wäre eine unglaubliche Erfahrung, an den Weltmeisterschaften in Brasilien teilnehmen zu dürfen, aber ich bleibe realistisch. Meine Konkurrenten sind stark.» Grosser Neid herrscht unter den Teilnehmern nicht, sie pflegen ein sehr kollegiales Verhältnis. Unter ihnen gilt die Abmachung, dass der Sieger eine grosse Feier für die anderen veranstaltet wird.