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Diese drei Freiämter sind für den Schweizer Filmpreis nominiert

Raphaela Bellotto und Etienne Kompis sind für den Filmpreis nominiert.Hochschule Luzern – Design & Kunst, Fotografie Randy Tischler

Raphaela Bellotto und Etienne Kompis sind für den Filmpreis nominiert.Hochschule Luzern – Design & Kunst, Fotografie Randy Tischler

Der Schweizer Filmpreis könnte am 24. März an Filmschaffende aus Dottikon, Muri und Oberwil-Lieli gehen.

Gleich hinter drei Nominationen für den diesjährigen Schweizer Filmpreis stehen Freiämter Namen. Der Wohler Cutter Kaya Inan räumte den Preis schon letztes Jahr ab. Remo Scherrer aus Oberwil-Lieli hat mit seinem Animationsfilm ebenfalls schon 2016 Aufsehen erregt, weil er für die Filmfestspiele in Cannes ausgesucht wurde. Ein ganz neuer Name im Filmgeschäft ist hingegen Raphaela «Fela» Bellotto. Die 27-jährige Dottikerin ist für den Animationsfilm «Hypertrain», den sie zusammen mit Etienne Kompis erschaffen hat, in der Kategorie «Bester Abschlussfilm» nominiert. Abschlussfilme sind Abschlussarbeiten einer Hochschule – in ihrem Fall der Hochschule Luzern.

Im Gegensatz zu den Filmen von Inan und Scherrer ist Bellottos dreieinhalbminütiger Film nicht politisch oder sozialkritisch. Es geht ums Thema Internet. «Wir wollen zwar hinterfragen, aber nicht kritisch oder negativ sein, sondern positiv darstellen, wie das Internet den Nutzern neue Dimensionen eröffnen kann», erklärt sie.

Bester Abschluss: Der Wohler Cutter Kaya Inan gewann für seine Arbeit am Film «Cahier africain» bereits zum zweiten Mal den Schweizer Filmpreis

Bester Abschluss: Der Wohler Cutter Kaya Inan ist nomiert für seine Arbeit am Film «Cahier africain»

Das Internet und eine Katze

Sehr kurz zusammengefasst spaziert in ihrem Film eine Katze mit vielen Falten durchs Bild und trifft immer wieder auf eine Person und viele Züge. «Der Film enthält verschiedene Ideen zum Thema Internet. Wenn man etwas sucht, stösst man häufig noch auf ganz anderes. Man kann für eine gewisse Zeit jemand anderes sein. Ausserdem ist man im Internet grundsätzlich geschlechtsneutral.» Letzteres haben die beiden in ihrer Bachelorarbeit durch die Person dargestellt: «Es ist spannend, einige Zuschauer sind sich sicher, dass die Person eine Frau ist, andere reden von einem Mann. So haben wir uns das vorgestellt.»

«Experimentieren und lernen»

Bellotto kann gut nachvollziehen, dass solch experimentelle Videos nicht jedermanns Sache sind. «Doch für uns war genau das wichtig: Wir wollten experimentieren und lernen.» Allein für diesen Film haben die beiden Filmschaffenden ein neues Animationsprogramm erlernt, das auch in der Branche oft verwendet wird. «Wir wollten so viel profitieren, wie wir nur konnten.» Weil die Zeit aber so sehr drängte, blieben einige Ideen auf der Strecke. «In nur einem Jahr schafft man einfach nicht alles. Darum sind wir schon dabei, mit unseren anderen Ideen ein weiteres Animationsfilmprojekt auf die Beine zu stellen.» Raphaela Bellotto kann noch immer kaum fassen, dass ihr Film für den Schweizer Filmpreis nominiert wurde. Dass ein so experimentelles Projekt infrage kommen könnte, hätte sie nie erwartet: «Es ist eine riesige Ehre», sagt sie.

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