Sie unternahmen, wovon andere nur träumen: Robert und Maria Vonmüllenen sind frühzeitig aus dem regulären Arbeitsleben ausgeschieden und fast zwei Jahre lang rund um Afrika gefahren. Nach 60 000 Kilometern in ihrem engen Landrover leben sie jetzt wieder in ihrem Haus in Buttwil – und denken nach, wohin es in den nächsten Jahren gehen könnte.

Für den Traum gespart

Maria und Robert Vonmüllenen sind «nicht reich», wie sie feststellen. Aber sie haben ab dem 40. Lebensjahr für den Traum gespart: «Wir wollten uns aus dem Klammergriff des Arbeitsprozesses befreien und etwas Spezielles unternehmen».

Das sollte vor dem 65. Altersjahr sein, «denn die Risikobereitschaft nimmt nach dem 50. Lebensjahr ständig ab», wie der ursprüngliche Maschinenbauingenieur, der später zusätzlich den Master an der Handelshochschule St. Gallen machte, betont.

Seine Frau, die «nach 16 Jahren Mutterschaftsurlaub» wieder im kaufmännischen Bereich arbeitete, war gerne dabei. Afrika sollte es sein, weil dieser Kontinent beide bezüglich Menschen, Tiere und Landschaften besonders reizte.

Robert war damals 58-, Maria Vonmüllenen 56-jährig. Sie fuhren zuerst die berüchtigte West-Route und kehrten über die Ost-Route zurück. Damit rollten die Räder durch insgesamt 32 Länder, zum Teil unter schwierigsten Strassenbedingungen.

Eng beieinander

Nach 20 Monaten Reise und 60 000 Kilometer sind sie jetzt wieder glücklich in Buttwil angelangt. Sie können von beeindruckenden Erlebnissen berichten, sie hatten viel Glück, wurden nicht von nennenswerten Krankheiten heimgesucht, nicht ausgeraubt oder bedroht. «Dafür haben wir viele nette Menschen kennen gelernt.»

Und die beiden waren buchstäblich eng beieinander: Die auf den Landrover 130 montierte Wohnkabine ist ein Raum mit Bett (160 mal 200 Zentimeter), einem Tisch, einer Kleinstküche und einer kleinen Toilette mit Dusche. Geht man da einander nicht auf dem Wecker?

«Nein», lacht Maria, «jetzt zu Hause sind wir fast näher aufeinander, obwohl wir viel mehr Platz haben.»

Der Grund ist einfach: «Auf der Reise ist man aufeinander angewiesen, erlebt jeden Tag Neues, hat immer etwas zu tun – etwa am Auto, Verpflegung oder Visa besorgen, Wasser beschaffen. Und man ist viel draussen». Aber Robert macht auch klar: «Man muss sich schon mögen. In einer Ehekrise eine solche Reise zu unternehmen, ist sicher nicht ratsam.»

Mit Ungewissem umgehen

Die beiden Reisenden haben nicht nur viel gesehen, sondern auch viel gelernt. «Ich bin eher der Planer», sagt Vonmüllenen, der sein Auto auch selber reparieren kann und das auch musste, «aber in Afrika lernt man, nicht zu planen, sondern den Dingen einfach mal seinen Lauf zu lassen.»

In ihrem lesenswerten Blog halten sie fest, dass «die Selbstsicherheit und auch der Mut gleichzeitig mit dem Fortschritt unseres Unternehmens gewachsen» sind. Unsicherheiten und auch das Ungewisse seien immer auch da gewesen. «Man muss damit umgehen können». Afrika hat die beiden gefesselt, nicht nur die pure Natur, sondern auch die Menschen. Aber sie schrieben an ihren Landrover: «Africa is not for sissies» – Afrika ist nichts für Weichlinge.

Neue Pläne

Dieses Jahr wollen die beiden mehrheitlich in der Schweiz bleiben. Aber sie denken schon weiter. Robert träumt davon, fünf bis sechs Monate Südamerika mit dem Töff zu bereisen. Da will sich Maria allerdings nicht hintendrauf setzen. Ihre Gedanken gehen eher Richtung Marokko. Ihr Landrover steht auf jeden Fall fahrbereit auf dem Parkplatz bei ihrem Haus in Buttwil. Die Reise- und Abenteuerlust ist ungebremst.

Weitere Informationen und Fotos der Reise finden Sie hier.