Ausgesetzt im Wald
Diegos Besitzerin ausfindig gemacht – Ermittlungen wegen Tierquälerei laufen

Die Aargauer Behörden haben die Besitzerin des Hundewelpen, der im Wald bei Niederwil ausgesetzt wurde, ausfindig gemacht. Gegen sie wird nun wegen Tierquälerei ermittelt.

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Hundewelpe Diego ist auf dem Weg der Besserung. Nachdem er vergangene Woche in einem Waldstück bei Niederwil in einem hohlen Baumstumpf ausgesetzt wurde, erholt er sich jetzt im Tierheim Untersiggenthal.

Mittlerweile wurde auch die Besitzerin des Hundes ausfindig gemacht, wie Fiona Strebel von der Aargauer Staatsanwaltschaft gegenüber Tele M1 bestätigt: «Die Staatsanwaltschaft hat ein Verfahren wegen Tierquälerei eröffnet.» Konkret geht es um das Aussetzen eines Tieres, was nach geltendem Recht als Tierquälerei gilt.

Die Besitzerin bestreite allerdings, das 12 bis 14 Wochen alte Jungtier ausgesetzt zu haben, so Strebel. Dazu bedürfe es nun weitere Abklärungen. Sollte sich der Verdacht erhärten, drohen der Hundehalterin bis zu drei Jahre Gefängnis.

150 Interessenten

Astrid Becker, Präsidentin des Aargauischen Tierschutzvereins, kann sich nicht vorstellen, dass Diego von sich aus in den Baumstamm geklettert sein kann. «Der Stamm ist ein Meter hoch, Diego ist ein kleiner Welpe – ich bezweifle, dass er selber da reingekommen ist.»

Die Tierschützerin hofft auf eine harte Strafe und hat absolut kein Verständnis für das Aussetzen von Tieren: «Es gibt so viele Möglichkeiten, ein Tier abzugeben.»

Ein Jagdaufseher hatte den Hund vergangene Woche zufällig entdeckt, als er im Wald sein Winseln hörte. Am Baumstumpf zeugen Kratzspuren von Diegos Versuchen, sich selbst aus der misslichen Lage zu befreien.

Der Tierschutzverein hat bereits letzte Woche einen Zeugenaufruf gestartet. Gemeldet haben sich auch schon rund 150 Tierfreunde, die Diego ein neues Zuhause geben möchten. (cze)