Bremgarten

Diebstähle und Einbruch vorgetäuscht – verzweifelter Geschäftsinhaber zu Freiheitsstrafe verurteilt

24 Monate Freiheitsstrafe bedingt bei einer Probezeit von 2 Jahren und eine Busse von 5000 Franken, lautete das einstimmige Urteil des Bezirksgerichts Bremgarten unter dem Vorsitz von Lukas Trost.

Er hat einen Anhänger verschwinden lassen sowie einen Einbruch und Diebstähle vorgetäuscht: Dafür wurde ein Geschäftsmann vom Bezirksgericht zu einer Freiheitsstrafe von 24 Monaten verurteilt.

Noch einmal glimpflich davongekommen ist der 46-jährige Köbi (Name geändert), Geschäftsinhaber und Familienvater aus dem Freiamt: 24 Monate Freiheitsstrafe bedingt bei einer Probezeit von 2 Jahren und eine Busse von 5000 Franken, lautete das einstimmige Urteil des Bezirksgerichts Bremgarten unter dem Vorsitz von Lukas Trost. Ausserdem hat der Angeklagte die Verfahrenskosten mit Anklagegebühr im Gesamtbetrag von ebenfalls rund 5000 Franken zu bezahlen. Er hat sich verpflichtet, der Straf- und Zivilklägerin (eine Versicherungsgesellschaft und eine Bank) 3000 Franken Schadenersatz zu bezahlen. Mit der Höhe des Strafmasses zeigten sich sowohl der Staatsanwalt als auch der Verteidiger und Köbi selber einverstanden. Zudem waren die Voraussetzungen für die Durchführung des abgekürzten Verfahrens gegeben.

Betrug und Urkundenfälschung

Der Angeklagte stand wegen happiger Verfehlungen vor Gericht: Betrug in mehreren Fällen, mehrfache Urkundenfälschung und mehrfache Irreführung der Rechtspflege. Weil ihm finanziell mit seiner Firma das Wasser bis zum Hals stand, wollte Köbi das Steuer noch herumreissen. Dafür beging er massive Betrügereien. So liess er einen Anhänger nach angeblichen Umbauten höher versichern. Zum Nachweis reichte er diverse gefälschte Unterlagen ein. Doch den Anhänger liess er dann klammheimlich verschwinden und meldete ihn als gestohlen, um für seine Firma Versicherungsgelder im Betrag von 83'000 Franken zu kassieren. Aber die Machenschaften von Köbi kamen an den Tag, sodass die Versicherung aufgrund des vorgetäuschten Diebstahls keine Zahlungen leistete.

Diebstahl und Einbruch fingiert

Etwa im selben Zeitraum täuschte der Angeklagte einen Diebstahl und einen Einbruch in seine Firma vor. Er machte in diesen Fällen gegenüber der Versicherung mit gefälschten Belegen eine Schadensumme von 226'000 Franken geltend. Für einen weiteren Diebstahl ab dem Firmen-Werkplatz, der auch nie stattgefunden hat, versuchte Köbi, 150'000 Franken von der Versicherung zu ergaunern.

Nach einer privaten Hausdurchsuchung gab es von Köbi immerhin ein erstes Geständnis in Sachen erfundener Diebstahl. Die anderen Tatbestände stritt er hingegen ab und tischte dabei Lügen auf, dass sich die Balken bogen. Weshalb es sehr lange gedauert hat, bis er eingelenkt habe und reinen Tisch machen wollte, fragte ihn der Gerichtspräsident. Immerhin habe er das Wissen um all seine Verfehlungen über ein Jahr mit sich herumgetragen und sogar noch während der laufenden Untersuchung eine Urkundenfälschung begangen. «Ich habe einfach Zeit gebraucht, bis ich so weit war», sagte Köbi. Als Grund für seine Straftaten gab der Angeklagte an, er sei in eine Abwärtsspirale geraten, habe niemandem von den Schwierigkeiten mit der Firma erzählt und auch nicht mit seiner Frau darüber gesprochen. «Ein grosser Fehler», wie er vor Gericht kleinlaut eingestand.

Gerichtspräsident Lukas Trost appellierte an Köbis Gewissen. Er machte ihm klar, dass die begangenen Straftaten erheblich ins Gewicht fallen und nicht auf die leichte Schulter genommen werden dürfen, worauf Köbi in Tränen ausbrach und bereute, dass er auf Abwege gekommen war.

Der Beschuldigte habe aus Überforderung und Verzweiflung gehandelt und nicht prinzipiell eigene Interessen verfolgt, so der Gerichtspräsident. «Wir gehen davon aus, dass der Angeklagte seine Lehren daraus zieht.» Sichtlich erleichtert atmete Köbi auf und nickte.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1