Bremgarten

Die Anträge aus dem grünen Mäppchen

Neben dem ARA-Betriebsgebäude (links) soll das Regenbecken im Bereich der Strasse unterirdisch erstellt werden.

Neben dem ARA-Betriebsgebäude (links) soll das Regenbecken im Bereich der Strasse unterirdisch erstellt werden.

Der Stadtrat Bremgarten zu den Traktanden der Gemeindeversammlung vom 6. Juni: ARA-Regenbecken und Bevölkerungsschutz.

Schmunzelnd zog er die Traktandenliste aus einem grünen Klarsichtmäppchen mit der Bemerkung: «Bei uns ist noch alles im grünen Bereich, wie man sieht ...» Der Bremgarter Stadtammann Raymond Tellenbach hatte damit die Lacher an der traditionellen Präsentation der Gemeindeversammlungsgeschäfte auf seiner Seite. Der Information des Stadtoberhaupts im Zeughaussaal wohnten seine Amtskolleginnen und -kollegen bei, verschiedene Kommissionsmitglieder sowie Mitarbeitende diverser Abteilungen und Verwaltungsbereiche.

Ein unterirdisches Regenbecken

Bei der Abwasserreinigungsanlage (ARA) Kesselboden in Bremgarten soll ein Regenrückhaltebecken gebaut werden. Kostenpunkt: 2,85 Millionen Franken. Das Besondere ist die unterirdische Bauweise. Das heisst, das aus zwei Kammern zu je 500 Kubikmeter Fassungsvermögen bestehende Regenbecken wird vollständig unter Terrain errichtet und wird nicht sichtbar sein. Es muss direkt vor der Kläranlage erstellt werden, damit ein künftiger Ausbau der ARA nicht blockiert wird, kein zusätzlicher Landerwerb nötig ist und der Wald nicht tangiert wird. Da über das Bauobjekt mit den Ausmassen von 30 Metern Länge und etwa 10 Metern Breite eine Strasse führt, wird die Konstruktion für die zu erwartenden Belastungen ausgelegt. Zur Innenausstattung zählen Pumpen, Belüftung, Schieber, Amphibienausstiege, Feuerwehrzugang, (Schwimm-)Treppen, Türen, Beleuchtung und Reinigungsarmaturen. Dem Abwasserverband Bremgarten-Mutschellen gehören nebst der ARA-Standortgemeinde Bremgarten noch Berikon, Eggenwil, Widen und Zufikon an mit insgesamt elf Regenrückhalte-becken. Deren Aufgabe besteht darin, bei starken Niederschlägen den aus den Kanalisationsleitungen ausgewaschenen Schmutz aufzufangen, anfallendes Abwasser mechanisch zu reinigen und verzögert in die Bäche und in die Reuss abzuleiten.

Die Finanzierung des Regenrückhaltebeckens erfolgt einerseits durch Gemeindebeiträge (der Anteil Bremgartens beträgt 681  700 Franken) und andrerseits durch eine Entnahme von einer Million Franken aus dem Eigenkapital des Abwasserverbandes.

Ein weiteres Infrastrukturprojekt, über das die Bremgarter Einwohner-Gemeindeversammlung vom 6. Juni zu befinden hat, betrifft die Erneuerung der Entleerungsleitung des Wasserreservoirs Spannhölzli mit einem Kredit von 149'000 Franken, wie Stadtammann Raymond Tellenbach erwähnte.

Abzustimmen hat der Souverän ferner über den Beitritt zum Gemeindeverband Bevölkerungsschutz und Zivilschutz Aargau Ost und über dessen Satzungen. «Über die Neuorganisation wurde in den Gemeinden rege diskutiert, unter anderem, weil es ein grosses Gebilde ist. Ein gewisser Steuerungsverlust der einzelnen Gemeinden ist zwar nicht von der Hand zu weisen, aber die Abläufe werden gleich bleiben», führte der Stadtammann aus.

Unter anderem werden der Gemeindeversammlung verschiedene Kreditabrechnungen unterbreitet, der Rechenschaftsbericht und die Rechnung 2018, welche mit einem Ertragsüberschuss von rund 1,2 Millionen Franken abgeschlossen werden konnte.

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