Berikon/Rudolfstetten/Widen
Die Zukunft ist auf der Zielgeraden

Nach einem Jahr Arbeit steht fest: Eine Fusion ist möglich, hängt aber vom politischen Willen ab. Die Gemeinden werden – mit oder ohne Fusion – eine noch engere Zusammenarbeit anstreben.

Dominic Kobelt
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Die Arbeitsgruppe 1 befasste sich mit den Behörden und der Verwaltung und diskutierte am Dienstagabend intensiv den Schlussbericht.

Die Arbeitsgruppe 1 befasste sich mit den Behörden und der Verwaltung und diskutierte am Dienstagabend intensiv den Schlussbericht.

Dominic Kobelt

Nachdem vor knapp einem Jahr die Arbeit der Projektgruppe «Zukunft Mutschellen» begann, ist jetzt «Fleisch am Knochen», wie es der Beriker Gemeindeammann Stefan Bossard ausdrückte. In acht Bereichen erarbeiten die Gruppen Positionspapiere, die am Mittwochabend nochmals diskutiert und bereinigt wurden. Sie sollen der Bevölkerung als Informations- und Diskussionsgrundlage dienen. Am 8. September werden die Ergebnisse der Öffentlichkeit präsentiert.

Fusion, Verwaltungsgemeinschaft oder «nur» eine engere Zusammenarbeit? Als vorläufiges Fazit lässt sich sagen: Eine Fusion ist möglich, wenn der politische Wille da ist. Ob die Vorteile die Bevölkerung zu überzeugen vermögen, steht noch in den Sternen. Oder wie es ein Herr beim Apéro gut auf den Punkt brachte: «Mein Kopf sagt ja, der Bauch ist sich noch nicht so sicher.» Dies ist wohl das Gefühl vieler, die sich intensiv mit der Fusion auseinandergesetzt haben. Beträchtliche Einsparungen wären längerfristig möglich. Um die finanziellen Auswirkungen noch genauer abschätzen zu können, werden die Berechnungen voraussichtlich in den nächsten Monaten mit den Zahlen von 2015 aktualisiert. Die Raumentwicklung wäre für eine Gemeinde Mutschellen besser zu planen – gleichzeitig ist ein grösserer Verwaltungsapparat schwerfälliger und unpersönlicher.

Projektbegleiter Jean-Claude Kleiner äusserte sich auch zu einigen emotionalen Aspekten einer Gemeindefusion: «Die Dorfnamen und die Fahnen würden bleiben, auch die Postleitzahlen - sonst kann es sein, dass die Blaulichtorganisationen ein Problem bekommen, wenn es eine Strasse mehrmals unter der gleichen Postleitzahl gibt.» Die Gemeinde Mutschellen würde eine Art Dachorganisation über den drei Dörfern bilden, so Kleiner.

Gute Zusammenarbeit ausbauen

Eine Verwaltungsgemeinschaft der drei Gemeinden ist dagegen kaum eine Option. So vermerkte die Arbeitsgruppe 1, die sich mit den Behörden und der Verwaltung auseinandersetzte: «Eine Verwaltungsgemeinschaft ist nicht weiter zu verfolgen.»

Die drei Mutschellen-Gemeinden werden in Zukunft – mit oder ohne Fusion – noch enger zusammenarbeiten. So sehen die Teilnehmer in der Gesetzgebung Potenzial für einen intensiveren Austausch. In vielen Bereichen stellten sie aber auch fest, dass eine Fusion keinen grossen Unterschied machen würde, da heute schon sehr gut zusammengearbeitet wird.

Auch wenn sich noch kein klares Ja oder Nein zur Gemeindefusion herausgebildet hat, sind die Teilnehmer durchwegs zufrieden. Man habe äusserst gut zusammengearbeitet, andere Meinungen seien respektiert worden und die Gruppen seien breit abgestützt gewesen, war von verschiedenen Seiten zu hören. Durch die Zusammenarbeit verschiedenster Fachkräfte und interessierter Personen konnte zweifellos eine äusserst solide Diskussionsgrundlage erarbeitet werden. Ein passendes Fazit zog Lieni Füglistaller, der in der Projektgruppe 1 mitgearbeitet hat: «Ich war anfangs ein Gegner, aber ich finde, die Arbeit hat sich gelohnt. Wenn wir es fertig bringen, noch besser zusammenzuarbeiten, dann wird die Region davon profitieren.»