Fischbach-Göslikon
Die Zukunft des Schulwesens steht noch in den Sternen

Wie es mit dem Schulwesen im Dorf weitergeht, ist noch nicht klar. Der Gemeinderat wartet ein allfälliges Referendum in Stetten ab. Aber auch die Planung des neuen Gemeindehauses sorgte an der Sommergmeind für Debatten.

Lisa Stutz
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Das Schulwesen in Fi-Gö befindet sich in einer misslichen Lage. lis

Das Schulwesen in Fi-Gö befindet sich in einer misslichen Lage. lis

Lisa Stutz

Wie geht der Gemeinderat mit der verzwickten Situation der Schule um? Dies war eine der Hauptfragen der 67 Stimmberechtigten an der «Gmeind» vom Montagabend.

Nachdem bekannt gegeben wurde, dass das Traktandum 4, die Genehmigung der geänderten Satzungen des Schulverbands Reusstal, gestrichen wurde, gab Gemeinderat Hans-Peter Flückiger, der das Ressort Schule unter sich hat, Auskunft: «Nachdem Stetten den Gemeindevertrag abgelehnt hat, müssen wir nochmals über die Bücher.

Vor allem müssen wir abwarten, ob es in Stetten ein Referendum gibt.»

Als stiller Beobachter sei es für Fi-Gö wichtig, abzuwarten was passiert, und im Hintergrund an Ideen zu arbeiten, wie es weitergehen könnte. «Die Stimmung ist jedenfalls sehr aufgeladen», so Flückiger.

Das Schulwesen in Fi-Gö befindet sich wahrlich in einer misslichen Lage: Nachdem in Stetten vor einer Woche an der «Gmeind» der Gemeindevertrag zur Führung der 5. und 6. Klasse in Künten abgelehnt wurde, ist die Zukunft der Schulen in den anderen Vertragsgemeinden Niederwil, Künten und Fischbach-Göslikon ungewiss.

Geplant war, die drei Oberstufenstandorte Niederwil, Stetten und Künten auf zwei Oberstufenschulen in Niederwil und Stetten zu reduzieren. Im Gegenzug sollten die Stetter ihre Fünft- und Sechstklässler nach Künten in die Schule schicken.

Da Fischbach-Göslikon ihren Oberstufenstandort schon vor einigen Jahren verloren hat, hätte sich für Fi-Gö mit den geänderten Satzungen des Schulverbands Reusstal nichts verändert.

Dies tut es aber, wenn sich Stetten weiterhin sträubt: Dann werden keine Oberstufenschüler der Gemeinden Stetten und Künten in Niederwil unterrichtet, was bedeutet, dass Niederwil – auch mit den Schülern von Fi-Gö – unter dem neuen System 6/3 viel weniger Schüler in der Oberstufe hat, als das Bildungsdepartement des Kantons Aargau vorgibt.

Ab dem Schuljahr 2014/15 sind drei Abteilungen mit jeweils mindestens 13 Schülern in der Sek und elf Schülern in der Real gefordert.

Doch nicht nur das Schulwesen war Thema an der Gemeindeversammlung, auch die Planung des neuen Gemeindehauses sorgte für Debatten. So fragte ein Einwohner, wie weit die Kommission denn mit dem Projekt sei, und ob sie noch offen für neue Inputs sei.

Der Gemeinderat Dominik Seiler, Präsident der Kommission, gab Auskunft: «Verschiedene Architekturbüros bewerben sich im Moment, den Projektwettbewerb haben wir verabschiedet.

Neue Anregungen nehmen wir aber immer gerne auf.» Gleich mehrere Anwesende sprachen den Wunsch nach einem Gemeinschaftsraum aus, der vielleicht im neuen Gemeindehaus eingerichtet werden könnte.

«Das haben wir diskutiert. Aber die Kosten im Verhältnis zum Nutzen sind hierbei nicht gerechtfertigt», erklärte Seiler. Daraufhin empörte sich eine Bürgerin: «Ich denke, die Nutzen eines solchen Raums sind sehr gross und unumstritten.»

Seiler erwiderte, dass sich seine Aussage auf einen solchen Raum im Gemeindehaus beziehe, und nicht generell auf einen Gemeinschaftsraum. «Wir haben viele andere Gemeindehäuser unter die Lupe genommen. Im Gemeindehaus sollten sich ausschliesslich Gemeindearbeiten abspielen.»

Im Gegensatz zu einem Gemeinschaftsraum ist der Standort des neuen Gemeindehauses klar: Es wird sich im Bereich des alten Gemeindehauses befinden.

Mit grossem Mehr genehmigte die Gmeind ausserdem den Verpflichtungskredit von 681 000 Franken für den Ausbau der Langfohrenstrasse mit Ergänzung der Werkleitungen Wasser und Abwasser.

An der anschliessenden Ortsbürgergemeinde wurde der Antrag angenommen, dass neuerdings nur noch eine anstatt zwei Ortsbürgergemeindeversammlungen pro Jahr stattfinden.

Ein Überweisungsantrag für die nächste Versammlung, dass es keine Ortsbürgergmeind mehr gibt, wurde von den 12 anwesenden Ortsbürgern abgelehnt.