Wohlen
Die Zukunft der Bibliothek bleibt weiter ungewiss

Die heutige Gemeindebibliothek wird nicht am aktuellen Standort am Bankweg erweitert. Der Einwohnerrat hat eine Motion von Jean-Pierre Gallati (SVP) und Ariane Gregor (CVP) abgelehnt, welche dies verlangte.

Fabian Hägler
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Bibliothek Wohlen

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AZ

. Mit 19 zu 15 Stimmen sprach sich das Gemeindeparlament dagegen aus, bereits heute den Standortentscheid für die Zukunft der Bibliothek zu fällen. Ausschlaggebend war dabei die Befürchtung, mit der Fixierung auf einen Ausbau am Bankweg würde sich die Gemeinde mögliche bessere Varianten verbauen.

Gemeinderat favorisiert Neubau

Dass die Gemeindebibliothek vergrössert und modernisiert werden muss, war im Einwohnerrat unbestritten. Gemeinderat Paul Huwiler argumentierte aber, eine Annahme der Motion verhindere eine seriöse Planung. «Das wäre ein Schnellschuss und einer zukunftsgerichteten Entwicklung unserer Bibliothek höchst abträglich», meinte er. Auch mit den zusätzlichen Flächen, die nach dem Auszug des Strohmuseums im kommenden Jahr frei würden, sei die
gewünschte Grösse von 600 Quadratmetern in der Liegenschaft am Bankweg nicht erreichbar. Zudem würde eine Bibliothek auf drei Stockwerken entstehen, was nicht optimal sei. Der Gemeinderat favorisiert einen Neubau, entweder auf dem gleich gegenüberliegenden Jacob-Isler-Areal, oder im Park der Villa Isler.

Diskussion um Kosten und Termine

Meinrad Meyer (CVP) bezweifelte, dass ein solches Projekt bis 2015 realisiert werden könnte, wie dies Huwiler erklärt hatte. «Solche Fantastereien werden in fünf oder zehn Jahren noch nicht realisiert sein.» Motionärin Gregor forderte: «Bauen wir jetzt keine Luftschlösser, sondern schlagen wir Pflöcke ein, damit endlich etwas geht bei der Bibliothek.» Barbara Gsell (EVP) ergänzte: «Seit Jahren wird das Bibliotheksteam vertröstet, aber heute sind wir noch keinen Schritt weiter.» Motionär Gallati sprach die Kosten an: «Wenn Sie Nein sagen, bringt der Gemeinderat ein Luxusprojekt à la Friedhofhalle oder mietet sich irgendwo teuer ein.»

Nicht die erst-schlechteste Lösung

Armin Geissmann (FDP) entgegnete: «Wir sollten dem Gemeinderat keine Handschellen anlegen.» Arsène Perroud (SP) wurde konkreter: «Ein Standortentscheid wäre verfrüht, die Motion beachtet die Gesamtsituation nicht.» Franz Wille (CVP) meinte, es wäre «falsch verstandene Solidarität mit der Bibliothek, jetzt unter Zeitdruck die erst-schlechteste Lösung zu wählen.» Der Gemeinderat müsse bis Ende Jahr aber ein Bibliothekskonzept liefern. Thomas Burkard (Grüne) schliesslich sagte: «Die Motion lässt dem Gemeinderat keine Wahl beim Standort. Aber jetzt schon Fakten zu schaffen, wäre verfrüht.» (fh)