Die Zahlen von Rehen, Füchsen und Dachsen, die auf der Strasse getötet werden, sind merklich steigend. Im Jahr 2013 wurden im Aargau rund 800 Rehe, ebenso viele Füchse und 326 Dachse überfahren.

Bei Rehen und Füchsen beträgt der «Verkehrsanteil» am sogenannten Fallwild – Tiere, die an Alter und Krankheit sterben oder von anderen Wildtieren gerissen werden – bei rund zwei Dritteln, beim Dachs sind es sogar gegen 80 Prozent.

Auch im Bezirk Bremgarten sind die Fallwildzahlen hoch. Lagen sie 2007 noch bei 16 Prozent, sind sie bis 2012 auf fast 25 Prozent gestiegen. Im vergangenen Jahr war vom gesamten Abgang (inklusive Jagd) von 642 Tieren rund ein Fünftel Fallwild.

Gegen den Tod von Wildtieren auf der Strasse werden seit Jahren verschiedene Anstrengungen unternommen. Im Gegensatz zum Ausland sind in der Schweiz beispielsweise alle Autobahnen mit hohen Wildschutzzäunen umgeben. Daneben gibt es grosszügige Wildtier-Korridore als Unter- und Überführungen.

Zu teuer oder kaum wirksam

Entlang von Kantonsstrassen sind solche Massnahme jedoch viel zu teuer und auch kaum realistisch. Kaum bewährt haben sich laut Erwin Osterwalder, Fachspezialist Jagd im Departement Bau, Verkehr und Umwelt (BVU), Pfeifgeräte, wie sie in den vergangenen Jahren auch im Aargau zu Tausenden montiert worden sind. «Die Tiere gewöhnen sich mit der Zeit an die Geräusche und der Effekt verpufft», erklärte Osterwalder in seinem Vortrag an der Versammlung des Aargauischen Jagdschutzvereins, Bezirk Bremgarten, in Arni.

Für einen rund zwei Kilometer langen Abschnitt im Wald zwischen Bremgarten und Wohlen wird jetzt eine Wildwarnanlage geplant. Damit sollen nicht die Tiere davon abgehalten werden, über die Strasse zu wechseln.

Vielmehr werden die Autofahrer gewarnt, wenn Sensoren ein Wildtier im Bereich des Strassenkorridors erkennen. Auf dem entsprechenden Abschnitt der Strasse wird für kurze Zeit die Geschwindigkeit über Signaltafeln begrenzt.

Drei solcher Anlagen gibt es bisher im Aargau, eine im Fricktal, zwei in der Region Strengelbach. Die Erfahrungen liegen über den Erwartungen: «Die Fallzahlen durch den Verkehr sind gegen null gesunken», erklärte Osterwalder.

Kosten rund 250'000 Franken

Für die Anlage wird mit Erstellungskosten von 250'000 Franken gerechnet. Ein Wilddurchlass, der für diesen Strassenabschnitt im Gespräch gewesen ist, wäre hingegen nicht unter 5 Mio. Franken zu haben. Die Planung läuft, gewisse Vorarbeiten für das Projekt werden bereits bei der laufenden Realisierung des Radwegs vorgenommen.

Die gut besuchte, erstmals vom neuen Obmann Erwin Jansen geleitete Versammlung der Jäger aus dem Bezirk war eine speditive Sache. In einem würdigen Akt wurde der verstorbenen Jagdkollegen Beat Huwyler, Peter Donat, Josef Waldmeier und Walter Rösch gedacht.

Roland Meier wurde für seine 25 Dienstjahre als Jagdaufseher in Widen geehrt und die Verdienste von Hubert Schmid, dem langjährigen und engagierten Obmann des Bezirks Bremgarten, ausführlich gewürdigt.

Erwin Jansen durfte in der Runde auch vier neue Jagdkollegen begrüssen: Charles Rosenberger, Rudolfsteten, Adrian Seiler, Wohlen, Roland Stöckli, Unterlunkhofen und Patrick Wendel, Bremgarten haben die nötigen Prüfungen bestanden und das Jagdbrevet erhalten.