«Was lange währt, wird endlich gut», eröffnet Gemeindeammann Walter Dubler seine Ansprache und plaudert aus dem Nähkästchen: Nur knapp sei der Verkauf des Grundstücks am Gewerbering nicht an einem Rückweisungsantrag der FDP gescheitert.

Das Land sei schliesslich zu einem «sehr guten Preis» von 310 Franken pro Quadratmeter an die Wipac verkauft worden. Inzwischen kostet der Quadratmeter 350 Franken, die Wipac dürfe sich glücklich schätzen und «sich die Hände reiben.»

3000 Produkte, 80 Produzenten

Aber auch die Gemeinde Wohlen ist glücklich, weil es ihr gelungen ist, eine einheimische Firma im Dorf zu halten. «Das ist das wichtigste Ziel unseres Standortmarketings, noch vor dem Anwerben auswärtiger Firmen», meint Dubler.

Peter Wiederkehr hat die Wipac Handel AG 1994 in Anglikon gegründet. Am Anfang war das Sortiment sehr breit und die Wipac eine Einzelfirma. Inzwischen hat Wiederkehr 18 Mitarbeitende und bietet ein tiefes Sortiment mit 3000 Produkten von 80 Produzenten im Bereich Wischtuchsysteme, Betriebshygiene und Gastronomie.

Die neue Grössenordnung drückt sich auch beim Neubau des Firmensitzes am Gewerbering aus: Gebaut wird ein 70 mal 30 Meter grosses Gebäude mit über 4000 Quadratmetern Lagerfläche und 500 Quadratmetern Bürofläche, alles im Minergiestandard. Die Hälfte des Gebäudes wird unterkellert.

Photovoltaik auf dem Flachdach

Die drei modernen Lastwagen-Andockstationen auf der Südseite des Gebäudes lassen darauf schliessen, dass in Zukunft am Gewerbering mit einem grösseren Verkehrsaufkommen gerechnet werden muss. Interessant ist, dass auf dem grossen Flachdach des Neubaus auf einer Fläche von rund 2000 Quadratmetern mit grösster Wahrscheinlichkeit eine Photovoltaikanlage installiert wird.

Das Gebäude wird von Hüsser + Partner Architekten geplant, dessen Inhaber Jörg Hüsser ein alter Freund von Wiederkehr ist. «Für uns ist dieser Bau ein Meilenstein für die Zukunft. Es ist beruhigend, es in guten Händen zu wissen», so Wiederkehr.