Mittelaltermarkt

Die Wikinger waren los auf den Hügeln über dem Schloss Hilfikon

Zum zweiten Mal verwandelte das Wikinger- und Mittelalterspektakel Wums das Motocrossgelände in Hilfikon in einen Mittelaltermarkt, bei dem selbst die tägliche Schlacht nicht fehlen durfte. Die zweite Austragung des Wums lockte noch mehr Leute an.

«Tanzt meine Freunde, tanzt und lacht», singt Märlin, der Märchenerzähler. Die Luft riecht nach frischem Brot und Lagerfeuer. Das Wikinger- und Mittelalter-Spektakel Wums hat am Wochenende zum zweiten Mal die Wiesen und Hügel oberhalb des Schlosses in Hilfikon verwandelt und in der Zeit einige Jahrhunderte zurückversetzt. Unter den Dächern der zahlreichen weissen Zelten stellten Marktfahrer ihre Handarbeiten aus, die von Schmuck über Kleidung bis hin zu Werkzeugen reichten.

An der einen Ecke konnte man sich die Haare flechten oder unter der Nadel von Martin ein Andenken unter die Haut stechen lassen. Eine dieser mutigen Besucherinnen war Alea. «Ich habe im Programm gesehen, dass es diese traditionellen Tätowierungen hier gibt, und wollte es unbedingt ausprobieren.» Die Wahl des Motives hat sie Martin überlassen. Er entschied sich für das altnordische Zeichen für Gesundheit. «Früher oder später braucht das jede und jeder», lachte er.

Alea ist nicht der richtige Name der jungen Frau. Wie viele Besucherinnen und Besucher des Wums hat auch sie einen Mittelalternamen. Und wie die meisten Anwesenden war auch sie in aufwendig gestaltete Gewänder gekleidet. Denn zum Wums kommt man nicht verkleidet, sondern gewandet. Diese Gewandung trug zusammen mit der Musik der Bands und der liebevollen Dekoration zur speziellen Atmosphäre auf den Hügeln von Hilfikon bei.

Leben wie einst die Wikinger

Während sich auf der grossen Wiese die Menschen zwischen den Zelten tummelten und sich traditionell mit Fladenbroten, Spanferkel und Met verköstigten, bereiteten sich auf dem Hügel die Mitglieder des Wikinger-Clans Torgus Caturix auf ihre nächste Schlacht vor. Während des ganzen Wochenendes lebte die Sippe auf dem Gelände im traditionellen Aufenthaltszelt oder den kleinen Schlafzelten, wie es damals die Wikinger taten. «Unsere Küche kann bis zu 40 Personen versorgen und wir haben das grösste Zelt von allen hier», erzählt Jasmin, die Frau des Sippenoberhaupts, der bei den Wikingern Jarl genannt wird.

Mit Menschenverstand zuschlagen

Kämpfe gehören für sie ebenfalls dazu – und da geht es hart zur Sache: «Wir kämpfen Vollkontakt. Es ist nichts einstudiert, da wird zugeschlagen», stellt Mitglied Julian klar. Geschützt mit einem Gambeson, also einer gepolsterten Jacke, einem Kettenhemd, einem Lederpanzer und einem Helm treten sie meist Mann gegen Mann an.

Regeln haben sie ihre eigenen, eines darf jedoch nicht fehlen: der gesunde Menschenverstand. «Man schlägt nicht in die Kniekehle oder den Rücken. Wir haben uns alle gern und am Ende des Tages sollen alle wieder fit sein», erklärt Julian. Gekämpft wird mit einem ungeschliffenen, traditionellen Schwert, Säbeln oder auch mit einer Axt. «Die Axt mag ich am liebsten», grinst Julian.

Für die Mitglieder von Torgus Caturix sind diese wenigen Tage, die sie im Jahr an rund fünf Mittelaltermärkten verbringen, ein Austreten aus dem Alltag. «Hier können wir die Technik und den Stress vergessen», schwärmt Jasmin. Ihre Begeisterung ist ansteckend, wie sich bei den Besucherinnen und Besuchern zeigte.

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