Wohlen
Die Welt von Meer und Seen im Bassin

Das Schaufahren des Aargauischen Schiffsmodellbau-Klubs lockte bei schönstem Wetter ein Rekordpublikum in die Badi

Eddy Schambron
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 Auch Modellschiff-Kapitäne suchen zwischendurch den Hafen auf. Neben dieser Anlage war ebenso ein Palmenstrand mit Restaurant am Beckenrand aufgebaut.
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 2,1 Meter lang, 57 Zentimeter breit, 52 Zentimeter hoch, 45 Kilo schwer: Hans Gloor aus Lenzburg ist seit 2008 am Bau des Flugzeugträgers USS CV 41 Midway im Massstab 1:144. «Er ist immer noch nicht fertig», sagt er.
 Ein Höhepunkt des Schaufahrens: Das Dampfschiff Gallia beeindruckt durch Grösse, Detailtreue und Technik. Es wird hier begleitet von der MS Jungfrau, die heute zwischen Interlaken und Brienz verkehrt.
 Fischer arbeiten auch am Wochenende, und das überaus erfolgreich. Jedenfalls waren in den Bassins der Badi Wohlen keine Fische mehr zu finden.
Das Schaufahren des Aargauischen Schiffsmodellbau-Klubs in der Wohler Badi
 Dreckige Pflicht: Auf dem alten Kahn muss noch Kohle geschaufelt werden. Viele Schiffe beeindrucken durch sehr detailreiche Ausarbeitung.
 Im 50-Meter-Becken hatten die Kapitäne der schnellen Boote Gelegenheit zu zeigen, was leistungsstarke Elektromotoren alles möglich machen.
 Gemächlich unterwegs: Dieses Segelschiff konnte ohne Wind über das Wasser gleiten, weil ein kleiner Elektromotor für Vortrieb sorgt. Am Schaufahren waren jedoch auch nur vom Wind angetriebene Segelboote zu sehen.

Auch Modellschiff-Kapitäne suchen zwischendurch den Hafen auf. Neben dieser Anlage war ebenso ein Palmenstrand mit Restaurant am Beckenrand aufgebaut.

Eddy Schambron

Passagierschiff neben Flugzeugträger, Fischerboot hinter Frachtkahn, Segelschiff über U-Boot – auf zwei Schwimmbecken verteilt konnte in der Badi Wohlen miterlebt werden, was Modellschiffbauer in unzähligen Arbeitsstunden realisiert haben. Das vom Aargauischen Schiffsmodellbau-Klub organisierte Schaufahren lockte ein überaus grosses Publikum an und wurde bereichert durch das Mitmachen befreundeter Klubs.

Nicht alles ist so extrem wie beispielsweise der Flugzeugträger von Hans Gloor aus Lenzburg. Die USS CV 41 Midway kam wenige Tage nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs in Dienst und nahm am Vietnam- und am Zweiten Golfkrieg teil. Gloor baut sie seit 2008 im Massstab 1:144 originalgetreu nach. Er muss praktisch alles selber herstellen und war extra nach Amerika gereist, um dafür alle möglichen Details des Schiffes zu fotografieren. Zudem gab es in Wohlen noch einige weitere, äusserst exklusive Schiffe auf und neben dem Wasser zu sehen.

Bis ins Detail

Selbstverständlich kamen auch die «normalen» Modelle beim Publikum sehr gut an. Wunderschön aufgetakelte Segelschiffe glitten vor dem Publikum am Bassinrand genauso vorbei, wie mit Elektromotoren ausgerüstete Schiffe aller Art. In Zelten gab es zahlreiche aufgestellte Exemplare im Detail zu bestaunen: Ob Matrosen an der Arbeit, kleinste Schiffslampen, rostige Treppen oder poliertes Mahagoniholz auf Edeljachten, das Auge blieb an vielen Details hängen. Gerne gaben die Modellschiff-Kapitäne Auskunft, wenn Fragen auftauchten. Für Kinder standen Mietboote zur Verfügung, die sie selber steuern konnten.

Mit von der Partie waren auch Erbauer und Fahrer von Modelllastwagen und Modellpanzern. Sie boten eine willkommene und beeindruckende Abwechslung zu den Wasserfahrzeugen. Das Wetter spielte dem Aargauischen Schiffsmodellbau-Klub in die Hände: Froren sich die Mitglieder während den Aufbauarbeiten noch fast die Finger ab, gab es am Wochenende angenehme Temperaturen und prächtigen Sonnenschein. Die vielen Besucherinnen und Besucher genossen das genauso wie die