Nein, ausgepumpt ist Martin Burkart nicht. Der Badmeister von Muri lacht am Ende seiner ersten Saison, die zugleich dank hervorragendem Sommerwetter eine ausserordentlich intensive war. «Klar bin ich gleich ins kalte Wasser geworfen worden», sagt er, «aber dank dem guten Team mit einigen erfahrenen Leuten darunter ging das gut.» Er habe volles Vertrauen in alle haben können. Die langen Arbeitstage, an denen er die Stunden nicht mehr zählte, nahm er in Kauf. «Ich bin mit Herzblut dabei, und ich kann auf die 200-prozentige Unterstützung meiner Familie zählen.» Zur Not eilten sogar seine Frau und seine Buben zu Hilfe. «Wir zählen am Ende der Saison rund 65 000 Eintritte. Der intensivste Tag war der Sonntag, 1. Juli, mit 2500 Gästen.»

Warmes Wasser

Ein Badmeister kann zurücklehnen, wenn das Wetter schlecht ist. Nur: In diesem Sommer konnte Burkart diese Tage sozusagen an einer Hand abzählen. Und so gab es keine Freizeit. Und viel Arbeit für das ganze Team von insgesamt 25 Personen. «Es ist für mich schon beeindruckend, wie meine Leute das meisterten.» Das Küchenteam habe beispielsweise in beengten räumlichen Verhältnissen einen hervorragenden Job gemacht. Aber positiv aufgefallen ist ihm auch, wie verständnisvoll die Gäste waren, wenn sie wegen des grossen Ansturms vielleicht einmal etwas länger auf Pommes frites warten mussten. «In der Regel hat niemand gemotzt, sondern anerkannt, dass unsere Leute ihr Möglichstes machten.»

Glücklich ist Burkart, dass es zu keinen schlimmen Unfällen gekommen ist. «Wir hatten viele Bienen- und Wespenstiche, einige Schürfungen und auch Knochenbrüche, aber zum Glück keinen einzigen Wasserunfall.» Die Leute würden sich recht gut an die Regeln halten, und dafür sei er sehr dankbar. Die Sicherung der Wasserqualität war zwar wegen der heissen Witterung eine Herausforderung. «Das Wasser wurde immer wärmer, der Betonblock des Bassins heizte sich auf, sogar das Frischwasser war allmählich warm.» Aber gutes Badewasser konnte trotzdem immer gewährleistet werden.

Ein Höhepunkt dieser Saison war für Martin Burkart das Jugendfest. «Die Zusammenarbeit mit den Lehrkräften verlief hervorragend», freut er sich. «Ich war zuvor etwas skeptisch», räumt er ein. Toll sei auch das Vollmondschwimmen mit Mondfinsternis gewesen. «Unsere Gäste schätzen solche Attraktionen.» Kam in dieser Saison hinzu, dass jeder geplante Anlass durchgeführt werden konnte. «Wir konnten die Durchführung bei dieser stabilen Wetterlage ja Tage voraus zuverlässig zusichern.» Die neue Rutschbahn erwies sich als Magnet, für Burkart nicht verwunderlich: «Sie ist klar schneller als die alte.» Für die kommende Saison hat der neue Murianer Badmeister bereits ein paar Ideen im Hinterkopf.

Saisonschluss morgen

Am Sonntagabend schliesst Burkart die Badi Muri. Fertig Saison. Aber nicht fertig Arbeit. «Dann heisst es aufräumen, putzen, trocknen, lagern», stellt er fest. Die Badi hat dafür zwei Monate Nachlaufzeit. Und es gibt endlich Ferien mit der Familie. Im Winter wird es dem Badmeister nicht langweilig. «Ich komme aus dem technischen Bereich und kann Unterhaltsarbeiten selber erledigen.» Wichtig ist, dass auch in der kommenden Saison alles für eine grosse Belastung ausgelegt und zuverlässig funktionstüchtig ist. «Wir können es uns nicht leisten, dass beispielsweise das Kühlsystem oder einzelne Geräte wie eine Fritteuse während der Saison aussteigen.»

Er wird über Optimierungen in den Arbeitsabläufen nachdenken und diese im kommenden Jahr umsetzen. «Die Erfahrungen dieser Saison werden in die nächste einfliessen, ich habe meine Lehrplätze gehabt», lacht er, «es ist halt noch kein Meister vom Himmel gefallen.» Kein Thema ist für ihn auch nach der wohl intensivsten Saison seit Jahrzehnten, als Badmeister von Muri aufzuhören. «Ich möchte hier ein langfristiges Engagement verwirklichen.»