Bei der Bahnstation Isenlauf ist das Bremgarten-Dietikon-Bähnli schon gut gefüllt – es sind keine Sitzplätze mehr frei. Im Erdmannlistein leeren sich dann die Zugabteile, die hauptsächlich durch Wanderer besetzt sind. Vorne weg laufen die Ambitionierten, einige tragen Leuchtwesten und die beiden Walking-Stöcke tippen abwechselnd auf dem weichen Waldboden auf. Die meisten nehmen es aber eher gemütlich. «Wir sind keine verbissenen Läufer», sagt eine Frau aus dem Kanton Zug, die beim dortigen Volksmarsch den Verpflegungsposten betreut. «Früher gab es fast jedes Wochenende
irgendwo eine Wanderung, das hat stark abgenommen. Wir gehen, wenn es in der Nähe ist und wir Zeit und Lust haben.»

Mehr als Entspannung

Viele von denen, die durch den Wald marschieren, sind in Clubs oder Vereinen. So auch Martin vom Wanderverein Emmen. «Es ist für mich pure Entspannung. Man kommt an Orte, die man sonst nicht sehen würde und trifft Freunde aus der ganzen Schweiz», beschreibt er die Faszination. Er sieht in den Volksmärschen aber mehr als ein Hobby: «Es ist sogar eine Art Sozialarbeit. Jeder kann mitmachen, man kommt mit den Leuten ins Gespräch und kann viele Kontakte knüpfen.» Nur mit dem Nachwuchs stünde es nicht zum Besten, erzählt er. Das sei sehr schade, findet die Gruppe.

Egal ob man die 6-, 10- oder 20-Kilometer-Route wählt, eine kurze Rast im Forsthaus Bremgarten ist jedem gegönnt. Dort werden in einer grossen Tabelle die Wanderer nach Gruppe gezählt. Mit 102 Läuferinnen und Läufern führten die Floh-Hüpfer die Rangliste an. Auch 164 freie Wanderer sind verzeichnet. Insgesamt haben 1002 Läuferinnen und Läufer an dem 50-Jahr-Jubiläum des traditionellen Anlasses teilgenommen.