Villmergen
Die Villa Kunterbunt steht in Villmergen direkt neben der Kirche

Ist es ein Kindergarten? Oder ein Museum? Nein, das kunterbunte Haus an der Kirchgasse 30 ist ein ganz normales Wohnhaus. Das Haus von Brigitte «Furi» Hundt (44) und ihrer Familie leuchtet in allen Farben übers ganze Dorf hinaus.

Andrea Weibel
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Die Villa Kunterbunt ist nicht nur in Villmergen bekannt
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Die Villa Kunterbunt ist nicht nur in Villmergen bekannt

Emanuel Freudiger

Gut, so ganz normal ist es nicht. Denn die Wände erstrahlen in bunten Mustern, im Garten blühen Beton- und Polyesterblumen, umringt von ebensolchen Fröschen, Herzen und unzähligen weiteren farbigen Details. Das Motto heisst: Hauptsache, es gefällt und ist bunt. Das bezeugt auch die Herrin der Villa Kunterbunt. Denn hier wohnt nicht Pippi Langstrumpf, sondern Brigitte Hundt – den meisten besser als Furi bekannt – mit ihrem Mann Michael und den drei Kindern.

Von Leinwand bis Komode

Man ist jederzeit willkommen in der farbigen Welt der Hundts. «Ich habe keine Öffnungszeiten, bei mir kann man immer anrufen oder direkt vorbeikommen», so die Künstlerin. Das wissen die meisten ihrer Kunden, denn oft kommen sie vorbei, holen fertige Ware ab, bringen Rohmaterial oder stöbern zwischen den bunten Bildern und Skulpturen herum. Denn bei Furi gibt es neben Dekorativem auch Haushaltgegenstände wie bunt bemalte Stühle, Komoden, Garderoben oder Spiegel.

«Für mich ist es wichtig, dass mir die Sachen gefallen, die ich male», erklärt Furi ihre Kunst. «Darum ist es manchmal nicht ganz leicht, mich wieder von ihnen zu trennen. Ich lasse die fertigen Modelle gern im Atelier stehen und schaue sie immer wieder an.» Doch wenn die Kunden sich ebenso über ihre fertigen Stücke freuen, «dann fällt es mir etwas leichter», lacht Furi, die am Sonntag ihren 44. Geburtstag feiert.

Verkäuferin und Kranführerin

Die Villmergerin ist keine gelernte Künstlerin. «Ursprünglich habe ich eine Verkaufslehre gemacht. Dann arbeitete ich lange Zeit auf dem Bau, auch als Kranführerin. Dort habe ich das Schweissen und den Umgang mit den verschiedenen Materialien erlernt.» Wie sie zum Malen gekommen ist, kann sie nicht sagen: «Ich fand schon in der Schule, dass Dinge schöner sind, wenn man sie anmalt, zum Beispiel Etuis, Schuhe, Kleider, Velos und so weiter», erinnert sie sich lachend.

Heute verdient sie ihr Geld mit ihrer Kunst, stellt oft zusammen mit Pirmin Breu oder ihrer Atelierkollegin Lisa Klemm aus Uezwil aus und geht vollkommen in der Arbeit auf. «Doch das klappt nur dank meiner Familie», ist sie sich bewusst. «Bei uns ist nur das Mittagessen fix um 12 Uhr. Und da mein Atelier seit 2005 direkt im Haus ist, passt das perfekt», erzählt sie. Die Bilder ihres Mannes Michael Hundt, der neben seiner Tätigkeit als Chef-Elektroinstallateur der Gemeinde auch noch fotografiert, entstehen ein Stockwerk höher. «Wir haben es eingerichtet, wie es uns gefällt – und wie man so hört, freuen sich auch die Passanten und Nachbarn.»

Die Werke von Furi und Mike Hundt sind unter www.hundt.ch zu finden