Horben
Die Vieh-Auktion spürt den tiefen Milchpreis: Händler hielten sich mit Geboten zurück

Die 45. Ausgabe der Braunvieh-Auktion war gut besucht, die Bieter waren dieses Mal aber zögerlich. Woran es lag.

Fabio Vonarburg
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45. Braunvieh-Auktion in Horben
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Konzentriert bei der Sache: Interessenten an der Auktion.
Ein herziges Highlight zum Schluss: Das 3 Monate alte Kalb von Hugo Abt.
Weitere Impressionen von der 45. Braunvieh-Auktion auf dem Horben.
Weitere Impressionen von der 45. Braunvieh-Auktion auf dem Horben.
Weitere Impressionen von der 45. Braunvieh-Auktion auf dem Horben.

45. Braunvieh-Auktion in Horben

Fabio Vonarburg

Organisatoren einer Outdoor-Veranstaltung wünschen sich vom allfälligen Wettergott vor allem eines: dass am Tag X die Sonne scheint. An einer Vieh-Auktion gelten aber andere Gesetze. So sprach Hugo Abt, Präsident des Verbands Braunvieh Aargau, gestern vom perfekten Wetter.

Denn hätte die Sonne geschienen, hätte wohl der ein oder andere Bauer Arbeiten auf seinem Feld dem Ausflug auf den Horben vorgezogen. Und tatsächlich: Die 45. Braunviehauktion auf dem Horben war gut besucht.

28 von 35 Tieren verkauft

Dennoch: Die Auktion verlief harzig. Die Bauern und Viehhändler hielten sich mit Geboten zurück. Und man hörte da und dort: «Heuer bin ich nur zum Schauen da.» Ein Stammbesucher erzählte, dass er eigentlich immer mit mehr Tieren als zuvor vom Horben heimkehrte. Doch dieses Jahr nicht. «Ich warte noch ab», sagte er.

So war schon früh klar, dass am Schluss nicht alle Kühe, Rinder und Kälber einen neuen Besitzer finden würden.

Letztendlich wurden 28 von 35 Tieren verkauft und die Organisatoren verfehlten ihr Ziel, alle Tiere an den Mann oder die Frau zu bringen: «Der Anlass ist auch dieses Jahr gelungen. Doch klar sind wir ein wenig enttäuscht», sagte Hugo Abt auf Nachfrage. «Vermutlich kam die Auktion schlicht und einfach zwei Wochen zu früh.» Der Erfolg einer Auktion sei immer auch vom Glück abhängig.

Was Abt anspricht: Der Frühling pausiert, das Gras wächst noch gemächlich und damit spüren die Bauern immer noch die Trockenheit des vergangenen Jahres. Das Futter war den ganzen Winter knapp und ist es noch jetzt. Und so überlegt sich ein Bauer zwei-, wenn nicht dreimal, ob er bereits jetzt neue Tiere kauft, oder wartet, bis das Futter auf der Weide wächst.

Chance auf guten Preis

Jene, die mitboten, hatten dafür die Chance auf einen guten Deal. Der durchschnittliche Preis für eine Kuh betrug dieses Jahr 3025 Franken und lag ein wenig tiefer als in den Vorjahren.

Die fehlende Nachfrage für Kühe liegt neben dem vielerorts fehlenden Futter auch am tiefen Milchpreis. Beliebt waren hingegen trächtige Rinder. Für diese Sparten erzielten die Verkäufer bessere Preise als auch schon. Der Grund: der immer noch hohe Fleischpreis.

«Vielleicht ist auch der Gantrufer schuld, dass nicht alle Tiere verkauft wurden», witzelte Gantrufer Bruno Furrer, als er nach der Auktion mit Abt sprach. Daran wird es nicht gelegen haben. Wie immer versuchte Furrer mit Witz, Charme und frechen Sprüchen die Tiere an den Bauern zu bringen (siehe rechts). Sein Fazit der diesjährigen Auktion: «Viele Tiere verkauft, aber trotzdem zu wenig.»

Die besten Sprüche des Gantrufers

Er muss immer aufpassen, dass er den Kühen nicht die Schau stiehlt. Bruno Furrer ist seit vielen Jahren der Gantrufer an der Braunvieh-Auktion auf dem Horben. Mit frechen Sprüchen versucht er, Kuh, Rind und Kalb an den Bauern zu bringen. Selbst wenn es ihm mal nicht gelingt – die Lacher hat er auf seiner Seite. Hier ein Best-of seiner diesjährigen Sprüche:

- «Du kannst aufhören zu fotografieren. Dieses Euter kriegst du niemals auf ein Foto.»

- «Erschreckt nicht, in wenigen Sekunden ist die Kuh verkauft.»

- «Die Grösse und das Gewicht der Kuh stimmen. Nur der Preis noch nicht.»

- «Du kommst aus dem Baselland. Schicke die Rechnung einfach Roger Federer. Ein Aufschlag und die Kuh ist bezahlt.»

- «Fertige Kühe müsst ihr kaufen, die könnt ihr nirgends klauen.»

- «Her mit den Geboten. Wir können nicht warten, bis die Kuh im Ring kalbt.»

- «In wenigen Minuten scheint die Sonne, und das Gras fängt an zu wachsen. Ihr müsst jetzt zuschlagen.»

- «Kauft lieber drei oder vier Kühe statt nur eine. Dann fallen sie im Viehtransporter nicht um.»

- «Die Kuh ist gerade erschrocken, als ich 2000 Franken gesagt habe.»

- «Sag Ja.» Als der Bieter nicht reagiert: «Du hast viel von GC, die haben auch keinen Schnauf mehr.»

- «Wer eine Kuh kaufen will, die bereits bewiesen hat, dass sie viel Milch geben kann, muss jetzt zuschlagen.»

- Kurz vor dem Ende der Auktion: «Wir sind jetzt auf der Zielgeraden, hier sollte man nicht abbremsen.»

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