Bremgarten

Die vertraute Delfin-Figur speit im Städtchen wieder Wasser

Sowohl Laien als auch Fachleute wie die einheimischen Bildhauer Ruedi Walliser (links) und Alex Schaufelbühl zeigten sich von der alt-neuen Brunnenfigur angetan. sl

Sowohl Laien als auch Fachleute wie die einheimischen Bildhauer Ruedi Walliser (links) und Alex Schaufelbühl zeigten sich von der alt-neuen Brunnenfigur angetan. sl

Im Reussstädtchen ist eine Kopie der bekannten Delfin-Brunnenplastik bei einer kleinen Feier eingeweiht worden. Das Original bleibt weiterhin im Stadtmuseum.

Auf der Brunnensäule im Hirschengässli bei der Marktgasse thront wieder die altbekannte Delfin-Figur. Die rund 65 Zentimeter hohe Plastik stand im Mittelpunkt einer kleinen, durch einen Apéro angereicherten Wiederbelebungsfeier. Angefertigt wurde der alt-neue Delfin von der Kunstgiesserei Bründler in Oberwinterthur.

Der neu montierte Bronzeguss auf der Brunnensäule gleicht zwar dem Original wie ein Ei dem andern, ist aber eine Nachbildung. Das Original aus Grauguss, dessen Wert gemäss Fachleuten bei rund 40'000 Franken liegen soll, befindet sich quasi hinter Schloss und Riegel, genauer im Stadtmuseum. Dies aus nachvollziehbaren Gründen.

1996 geklaut, 2010 aufgetaucht

Die wasserspeiende Originalfigur, die einst mehr schlecht als recht auf der Brunnensäule im Hirschengässli montiert war, wurde eines Nachts im Jahr 1996 gestohlen. Im Städtchen kam die Vermutung auf, es handle sich um einen Lausbubenstreich und der Delfin stehe in einigen Tagen wieder am angestammten Plätzchen.

Ein Trugschluss, denn es dauerte volle 14 Jahre, bis das eherne Prachtexemplar wieder auftauchte. Dies geschah unter abenteuerlichen Umständen, die bis heute mysteriös geblieben sind. Bei der Einweihung der Delfin-Kopie merkte Stadtkenner Heinz Koch an, dass die bekannte reussstädtische Brunnenfigur mit den vielen Schuppen eher einem fischartigen Fabelwesen ähnlich sehe als einem Delfin.

«Bei genauerem Betrachten ist die ausdrucksstarke Plastik ja weder Fisch noch Vogel», schmunzelte Koch. Nichtsdestotrotz hat sich die Bezeichnung «Delfin» im Bremgarter Volksmund gehalten. Unbekannt ist der Name des Kunstschaffenden, der die Tierfigur vermutlich gegen Ende des 19. Jahrhunderts anfertigte. Bekannt hingegen ist laut Heinz Koch, dass beim Brunnenstandort durchs heutige Hirschengässli einst der Stadtbach zur Reuss floss und sich dort eine Schaal befand, eine mittelalterliche Schlachthalle, eine Metzgerei also.

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