Wohlen
Die Überraschung ging für den TV Muri nach hinten los

Die Handballer aus Wohlen gewinnen zum Auftakt der 1.-Liga-Finalrunde gegen den TV Muri diskussionslos mit 23:16. Muris Taktik mit zwei Kreisläufern floppte.

Fabio Baranzini
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Handball Wohlen gewann zum Auftakt der 1.-Liga-Finalrunde gegen den TV Muri mit 23:16. Jetzt könnte Muri sie doch noch überholen. Archiv/Fabio Baranzini

Handball Wohlen gewann zum Auftakt der 1.-Liga-Finalrunde gegen den TV Muri mit 23:16. Jetzt könnte Muri sie doch noch überholen. Archiv/Fabio Baranzini

Fabio Baranzini

Die Enttäuschung sass tief. Konsternierte Gesichter und leere Blicke bei den Murianern auch Minuten nach der Schlusssirene. Das Derby gegen Handball Wohlen war überhaupt nicht nach dem Geschmack des TV Muri verlaufen. «Ein Match zum Vergessen», nannte es Rückraumspieler Jan Heusi direkt nach dem Spiel.

Und dabei hatte sich die Equipe von Trainer Claude Bruggmann für das dritte Kräftemessen der Saison so viel vorgenommen. Man wollte unbedingt eine bessere Figur abgeben als bei den letzten Aufeinandertreffen, die Handball Wohlen jeweils klar gewonnen hatte.

Bruggmann hatte vor der Partie verlauten lassen, dass er die Wohler mit einer neuen Taktik überraschen wolle. Und die sah auf dem Papier wie folgt aus: «In der ersten Halbzeit wollten wir permanent mit zwei Kreisläufern spielen und hatten im Training dafür extra einen Spielzug einstudiert, der ganz gut funktioniert hatte», so Bruggmann. Im Ernstkampf sah das dann aber ganz anders aus. Die Taktik der Murianer verfehlte ihre Wirkung in den ersten Spielminuten nahezu komplett.

Der Match war früh entschieden

Nach etwas mehr als zwanzig Minuten führte Handball Wohlen in der eigenen Halle bereits mit 10:3. Das Team von Daniel Lehmann überzeugte mit schnörkellosem Angriffsspiel und stand vor allem in der Defensive hervorragend. Damit vereitelten die Wohler die Angriffsbemühungen der Murianer, die immer wieder hängen blieben und sich daher mit Schüssen aus dem Rückraum behelfen mussten.

Doch diese waren zumeist eine sichere Beute für den starken Wohler Schlussmann Sascha Rudi. «Ich war erstaunt, wie schwach Muri aufgetreten ist. Ihnen fehlte aus dem Rückraum die Wurfkraft, um uns gefährlich werden zu können», analysierte Wohlens Trainer Daniel Lehmann das Geschehen in der Hofmatten-Halle.

Zur Halbzeit stand es 12:6 für die Gastgeber. Und auch nach dem Seitenwechsel änderte sich nicht viel am Spielgeschehen. Wohlen war weiterhin die spielbestimmende Mannschaft und hatte das Geschehen in der Halle zu jederzeit im Griff.

Bis zur 50. Minute bauten sie ihren Vorsprung auf zehn Treffer aus (22:12) und liessen es danach etwas gemächlicher angehen. So konnte Muri, dem mit Yorick Kaufmann ein wichtiger Spieler gefehlt hatte, den Rückstand bis zum Spielschluss auf 23:16 verringern. Doch mehr als Resultatkosmetik war das nicht. Wohlen war auch beim dritten Freiämter Derby in dieser Saison klar besser.

Defensive als Schlüssel zum Sieg

«Dieser Sieg ist gut fürs Selbstvertrauen. Wir haben gesehen, dass wir als Team auch Ausfälle kompensieren können. Zudem hat sich wieder einmal gezeigt, dass man Spiele mit einem guten Torhüter und einer starken Defensive gewinnt. Dann reichen auch 23 Treffer zum Sieg», so Daniel Lehmann.

Und auch Claude Bruggmann musste neidlos anerkennen, dass Wohlen schlicht konsequenter und besser war. «Bei uns war immer wieder ein leichtes Zögern zu spüren. Wir zeigten insbesondere im Angriff keine gute Leistung. Leider ist uns das wieder gegen Wohlen passiert. Es scheint eine Kopfsache zu sein, dass wir gegen Wohlen wieder keine Chance hatten.»

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