Oberlunkhofen
Die Überbauung des Andermattgeländes rückt näher

Wohnen im Alter: Ergebnisse der Testplanung wecken Hoffnung auf einen Baubeginn im Jahr 2018. Von der über 11000 Quadratmeter grossen Andermatt-Wiese sollen 4000 Quadratmeter für Pflegewohnungen zur Verfügung gestellt werden.

Lukas Schumacher
Merken
Drucken
Teilen
Blick aufs Andermatt-Areal: Allmählich zeichnen sich auf der grossen Dorfwiese Bautaten ab. (Archiv)

Blick aufs Andermatt-Areal: Allmählich zeichnen sich auf der grossen Dorfwiese Bautaten ab. (Archiv)

Lukas Schumacher

Seit acht Jahren wird in Oberlunkhofen über die 11'000 Quadratmeter grosse Andermatt-Wiese mitten im Dorf debattiert. Planungsideen wurden gewälzt, zahlreiche Diskussionen geführt. Die nicht eben einfachen Eigentumsverhältnisse – der Gemeinde gehören gut 80 Prozent des Andermattlands, die Restflächen sind im Besitz von Unternehmen und Privatpersonen – erschwerten Überbauungsabsichten auf dem Areal zusätzlich.

Jetzt scheint man den roten Faden für eine vernünftige Gesamtlösung doch noch gefunden zu haben. An einem Informationsanlass in der Aula der Schulanlage präsentierten Gemeinderat und ein eingesetztes Fachgremium die Ergebnisse einer aufwendigen Testplanung. Rund 100 Dorfbewohner besuchten den Anlass.

Nutzungsmix ist umsetzbar

Abgestützt auf die Testplanungsvorschläge von drei Architekturbüros resultierte ein Masterplan. Er zeigt auf, dass man auf dem Gelände die verschiedenen Nutzungsabsichten Wohnen im Alter plus Pflegewohnungen, Gewerbenutzung und Dienstleistung sowie weitere Wohnnutzung sehr wohl unter einen Hut bekommen kann.

Laut Architekt und Städteplaner Philipp Husistein (Aarau) sind solide, ansprechende Überbauungslösungen auch dann möglich, wenn die Eigentümer der Biderbost-Parzelle bei der Zürcherstrasse, im Norden des Andermattgeländes, nicht bei einer Gesamtüberbauungslösung mitmachen sollten.

Dieser Aspekt kommt einem Befreiungsschlag gleich. Bisher war man in Oberlunkhofen davon ausgegangen, dass ohne Einbezug des Grundstücks längs der Zürcherstrasse keine oder keine befriedigende bauliche Entwicklung auf dem Andermattgelände möglich sei.

4000 Quadratmeter für Wohnen im Alter

Fürs wichtige Anliegen vieler Dorfbewohner, den Bau von rund 30 Alterswohnungen und von 10 bis 15 Pflegewohnungen, sollen 4000 Quadratmeter zur Verfügung gestellt werden. Ortsbauliche Akzente im Masterplan, aufgezeigte öffentlich zugängliche Nutzungen sowie Frei- und Grünraumvorschläge deuten darauf hin, dass der Überbauungskomplex Wohnen im Alter mitten auf der Parzelle in der Längsachse Nord/Süd platziert werden soll.

Wie Husistein und Raumentwickler Renato Costamagna (Ennetbaden) ausführten, macht es Sinn, unten auf dem ansteigenden Andermatt-Gelände dreistöckige Gebäude samt Attikageschossen zu erstellen und im oberen Teil vierstöckige Bauten samt Attikageschossen. Eine verdichtete Bauweise mit einer Ausnützung von 0,8 bis 0,9 solle angestrebt werden. Die Gemeinde will dazu Hand bieten. Gemeindeammann Karl Grossen teilte mit, dass bald eine Teilzonenplanänderung des Andermattgeländes eingeleitet wird.

Grosser Wettbewerb geplant

Selbstverständlich sind noch sehr viele Fragen rund um die Bebauung und Finanzierung offen. Recht klar hingegen sind die weiteren Entwicklungsschritte. An der Gemeindeversammlung vom 23. Mai wird abgestimmt über ein städtebauliches und projektbezogenes Wettbewerbsverfahren auf dem Andermattland. Kostenpunkt: 200'000 bis 250'000 Franken.

Findet der Kredit Zustimmung, könnte Anfang 2015 bereits die Feinplanung der Alterswohnungen anlaufen. Voraussichtlich Mitte 2016 soll dann das erforderliche Gestaltungsplanverfahren in die Wege geleitet werden. Erste Bautaten kann man nach Ansicht der Fachleute im Frühling 2018 erwarten.