Sie alle sind vom Scheinwerferlicht, dem Applaus, einfach der ganzen Theaterkultur «infiziert». Die Mitglieder des gleichnamigen Jugendtheaters sind bereits seit Januar fleissig am Kreieren und Proben ihrer eigenen Theaterstücke.

In diesem Jahr sind die Theateraufführungen aber nicht die einzigen Highlights von «infiziert», das bereits seinen 10. Geburtstag feiern kann. Am 16. Juni veranstalten die Organisatoren zum ersten Mal ein Theater-Festival. «Unser Jubiläum ist nur ein schöner Nebeneffekt. Der Grundgedanke des Festivals war, dass die Kinder sehen, was in anderen «infiziert»-Gruppen einstudiert wurde, dass sie sich austauschen können und dass unser Angebot für die Öffentlichkeit sichtbar wird», erklärt Barbara Schmid, eine der Organisatorinnen.

Sie war, zusammen mit Lena Meier und Martina Arnet, bereits 2008 Teil des ersten Theaterprojektes «infiziert» für Kinder und Jugendliche. Alle drei haben dabei das Schauspielern für sich entdeckt und sind seither dabei. Auch die Vierte im Bund, Rebecca Oester, ist seit vielen Jahren eine Schauspielerin mit Leidenschaft.

Jedes Stück gibt es nur einmal

Ihre Begeisterung für die Theaterkultur geben die vier Freiämterinnen heute in den Kursen des Jugendtheaters an die jüngeren Generationen weiter. Gemeinsam mit Kindern und Jugendlichen im Alter zwischen 8 und 18 Jahren und Theaterpädagogen stellen sie Stücke auf die Beine. «Unser Leitgedanke ist, dass die Theaterpädagogen nicht mit fertigen Skripten zu uns kommen, sondern dass sie gemeinsam mit den Kindern etwas erschaffen. Dass sie ihre eigene Lebenssicht einbringen dürfen», erzählt Arnet. Für die Kinder sei es ein Anreiz, dass ihr Stück einzigartig ist und es kein festes Drehbuch gibt. Denn es gehe nicht um stures Auswendiglernen.

Der Sternensaal schliesst sich an

Als «infiziert» vor zehn Jahren zustande kam, gab es nur alle zwei Jahren eine Vorstellung. «2012 haben wir beschlossen, von nun an jährlich ein Projekt auf die Beine zu stellen und daneben noch Theaterkurse anzubieten», erzählt Simon Landwehr, der heute Präsident des Kellertheaters ist. In diesem Jahr finden vier Kurse statt, die in Bremgarten im Kellertheater und erstmals auch im Sternensaal in Wohlen stattfinden. «Der Sternensaal ist nicht als junge Bühne bekannt. Doch wir wollen die junge Theaterkultur unterstützen», berichtet André Konrad vom Sternensaal.

Die 8+ Gruppe von Martina Arnet wird zum zweiten Mal durchgeführt. «Alle Kinder sind voll dabei, und es sind mehr Mitglieder als vor einem Jahr.» Auch Lena Meier ist begeistert von ihrer Klasse, deren aktuelles Stück sich um das Thema Party dreht. «Es ist schön, zu sehen, dass sie sich selber nicht sicher sind, was eine Party ist. Für die einen geht es in die Richtung der Erwachsenen mit Alkohol, für die anderen ist es ein Geburtstagsfest mit verzauberten Gummibärchen», schmunzelt sie. Dabei einen Mittelweg zu finden, sei sehr spannend.

Am Festival wird es über den ganzen Tag verteilt verschiedene Aufführungen der «infiziert» Kurse geben. Die 8+ Gruppe Bremgarten feiert am 16. Juni Premiere ihres Stücks «056...». Die 16+ Gruppe hingegen führt ihr Theater «AAAAAARGH» zum Thema Angst dann zum letzten Mal auf.