Wohlen
Die SVP schickt Stadtpolizist Vogt in den Wahlkampf

Seit sieben Jahren ist die SVP nicht mehr im Wohler Gemeinderat vertreten. Dies soll sich am 22. September ändern: Die Partei will mit Roland Vogt einen Sitz erobern und nominiert ihn gleichzeitig auch als Vizeammann-Kandidaten.

Fabian Hägler
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Roland Vogt (SVP) unterschreibt die offizielle Anmeldung – ob er ins Wohler Gemeindehaus einzieht, entscheidet sich am 22. September.

Roland Vogt (SVP) unterschreibt die offizielle Anmeldung – ob er ins Wohler Gemeindehaus einzieht, entscheidet sich am 22. September.

Beim letzten Versuch, einen Sitz im Gemeinderat zu holen, scheiterte die SVP deutlich: 2009 belegten Urs Stäger, Marlis Spörri und der wild kandidierende Peter Tanner die drei letzten Plätze und verpassten die Wahl klar.

Der letzte Vertreter der wählerstärksten Partei im Wohler Gemeinderat war Christian Müller, der 1990 für die SVP gewählt wurde.

Müller trat aber 2006 aus der Volkspartei aus und beendete seine Amtsperiode als parteiloser Gemeinderat.

Grund war die sogenannte «Schamlos»-Kampagne: SVP-Vertreter um den damaligen Parteipräsidenten Jean-Pierre Gallati kritisierten den Gemeinderat heftig, weil dieser ein teures Essen aus Steuergeldern bezahlt hatte.

Nach sieben Jahren will die SVP mit Ortsparteipräsident Roland Vogt (44) wieder einen Sitz im Gemeinderat erobern. Vogt wurde gestern Mittwochabend an einer ausserordentlichen Generalversammlung von der Partei einstimmig nominiert.

Der dreifache Familienvater, der beruflich seit 14 Jahren bei der Stadtpolizei Zürich tätig ist, tritt aber nicht nur als Gemeinderat an.

Nach dem Verzicht von Amtsinhaber Matthias Jauslin (FDP) auf eine erneute Kandidatur hat die SVP beschlossen, Vogt auch als Vizeammann zu nominieren. Anders als beim gescheiterten Versuch 2009, setzt die Partei diesmal auf eine Einerkandidatur.

Gibt es keine weiteren Kandidaturen, und werden alle Bisherigen wiedergewählt, wird der freie Sitz im Wohler Gemeinderat zwischen Vogt und dem Grünliberalen Markus Gsell vergeben.

«Ich rechne mir in diesem Duell gute Chancen aus», sagt Vogt, der am liebsten das Ressort Sicherheit mit Regionalpolizei, Feuerwehr und Zivilschutz übernehmen würde.

Vogt versprach den Parteimitgliedern, er werde alles daran setzen, die Wahl zu schaffen. Auf die Frage, weshalb er bei der Ersatzwahl für den verstorbenen Toni Schürmann im Herbst 2012 nicht antrat, sagt Vogt: «Damals war ich im Grossratswahlkampf, meine Frau kandidierte für die Schulpflege – das wäre einfach zu viel gewesen.»

Auf der SVP-Grossratsliste erreichte Vogt den ersten Ersatzplatz. Bei der Gemeinderatswahl will der frühere Fussballer über dem Strich landen. Dafür kombiniert die SVP den Gemeinderatswahlkampf mit der «Freiämter Landsgemeinde», die im September in Wohlen stattfindet.

Vor der Nominationsversammlung gab es Spekulationen, die SVP könnte mit Oliver Degischer antreten. Dieser hatte bei der Ersatzwahl für Schürmann als Parteiloser, aber mit Unterstützung der SVP, gegen SP-Kandidat Arsène Perroud den Kürzeren gezogen.

Angesprochen auf eine mögliche Kandidatur betont Degischer, der inzwischen SVP-Mitglied ist: «Ich habe einen sehr intensiven Wahlkampf hinter mir und will nicht um jeden Preis in den Gemeinderat.»