Aus nicht nachvollziehbaren Gründen wolle die Stiftung MuriKultur ihren Eingabebericht an den Kanton, der für die Zusage von Betriebsbeiträgen notwendig war, nicht öffentlich machen. Die Orts-SVP Muri verlangt nun, «dass MuriKultur und Gemeinderat Heinz Nater sofort vollständige Transparenz schaffen und den Eingabebericht an den Kanton veröffentlichen.» Damit reagiert die Partei auf einen Artikel der az Aargauer Zeitung vom 1. September.

Bericht nicht öffentlich

In ihrem Bericht, der für das Gesuch um Betriebsbeiträge vom Kanton notwendig war, soll MuriKultur genaue Jahrzahlen genannt haben, wann sie über welche Räume verfügt. Räume, die der Gemeinde gehören, jetzt und sicher auch in näherer Zukunft mit Verwaltungsabteilungen belegt sind. Diese Aussage ist insofern nicht zu verifizieren, als die Stiftung keinen Einblick in das Dokument gewährt. Mit ihrer Eingabe löste die Stiftung Kantonsbeiträge von 100000 Franken für 2011 und je 150000 Franken für die 2012 und 2013 aus. Eine Fortsetzung dieser Beiträge ist an Bedingungen geknüpft.

Der Bericht an den Kanton lag nie offiziell auf dem Gemeinderatstisch, wie Gemeindeammann Josef Etterlin gegenüber der az Aargauer Zeitung ausführte. Den Hinweis, der Gemeinderat sei ja bei MuriKultur vertreten, liess er nicht gelten. Es seien nur einfache mündliche Informationen rübergekommen, für den Gemeinderat sei es nicht möglich gewesen, die Eingabe von MuriKultur an den Kanton vorher zu besprechen.

Versprechungen gemacht?

«Hat MuriKultur etwas zu verbergen», fragt die Murianer Orts-SVP. «Sind Betriebsbeiträge mit falschen Angaben erwirkt worden?» Die Partei betont: «Immerhin wird MuriKultur von der Gemeinde jährlich mit einem namhaften Betrag unterstützt.» Wer nichts zu verbergen habe, könne mit offenen Karten spielen.

Urs Pilgrim, Präsident der Stiftung MuriKultur, hatte erklärt, das Eingabepapier sei zwar nicht geheim, werde aber «nach Rücksprache mit der Abteilung Kultur des Departementes Bildung, Kultur und Sport nicht der Presse zur Verfügung» gestellt. Die SVP Muri will ausserdem wissen, ob Gemeinderat Heinz Nater, der gleichzeitig auch im Stiftungsrat von MuriKultur sitzt, «ohne Rücksprache mit dem Gemeinderat Versprechungen gemacht» habe.