Wohlen
Die Sterne leuchten mit modernster Technik - und nicht minder schön

Neue LED-Leuchten leben deutlich länger, brauchen weniger Energeie und sind so stimmungsvoll wie die alten. Der Ausspruch, dass LED-Lampen grelles Licht verbreiten, gilt als überholt.

Toni Widmer
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Die neuen LED-Lampen verbreiten ein ebenso stimmungsvolles Licht wie früher die Glühbirnen.

Die neuen LED-Lampen verbreiten ein ebenso stimmungsvolles Licht wie früher die Glühbirnen.

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In Wohlen brennen in der Adventszeit 3000 Lichter. So viele Lampen haben die 144 Sterne der Adventsbeleuchtung, die Wohlen alle Jahre wieder zur Weihnachtszeit in einen sanften Lichterglanz tauchen. Seit diesem Jahr leuchten in den Wohler Sternen nur noch ausschliesslich stromsparende LED-Lampen, wie die IBW Technik AG mitteilte.

Fakten zur Beleuchtung

Die Wohler Weihnachtsbeleuchtung in alten und neuen Zahlen:

Anzahl Sterne:
144 (wie bisher)
Anzahl Lampen:
3000 (unverändert)
Leistung Glühlampe alt
15 W
Leistung LED-Lampe neu
0,9 W
Anschlussleistung alt
45 kW
Anschlussleistung neu
2.7 kW
Jahresverbrauch alt
36 000 kWh
Jahresverbrauch neu
2 160 kWh
Jährliche Stromkosten alt
5 200 Franken
Jährliche Stromkosten neu
313 Franken
Kosten Glühlampe/Stück alt
1.05 Franken
Kosten LED/Stück neu
7.50 Franken

Glossar:
W Watt (Leistung)
kW Kilowatt (1000 Watt)
kWh Kilowattstunde
(Verbrauch)
Lampe/ Begriffe als Syno-
Birne nyme verwendet.
LED Light-Emitting Diode (Emittent: emittere (lat.) «ausschicken», Quelle einer Strahlung, Halbleiterelement, das elektrischen Strom direkt in Licht umwandelt.

Wird es richtig kalt in Wohlen, glüht somit bestenfalls noch der (Glüh-)Wein, aber keine Lampe in der Weihnachtsbeleuchtung mehr. Die herkömmlichen Glühbirnen sind seit dieser Saison tabu und verbannt aus den Weihnachtssternen. Was Wohlen weihnächtlich erstrahlen lässt, ist modernste Technik – LED-Lampen stimmen die Bevölkerung auf ein über 2000 Jahre altes Fest ein.

So stimmungsvoll wie die alten

LED-Lampen stehen im Ruf, kein stimmungsvolles Licht zu verbreiten. Sie seien zu hell und vor allem für eine Weihnachtsbeleuchtung viel zu kalt. Dem widerspricht Urs Münger, Geschäftsleiter der IBW Technik AG: «Zu Beginn strahlten LED-Lampen wirklich sehr hell und unfreundlich. Heute aber gibt es Produkte auf dem Markt, deren Licht das menschliche Auge genau so angenehm wahrnimmt, wie einst das warmweisse Licht der Glühbirne.»

Zahlen belegen Müngers Aussage: Die in Kelvin (K) gemessen Farbtemperatur zeigt für ältere LEDs einen Wert von bis zu 5000 K. Die in der Wohler- Weihnachtsbeleuchtung zum Einsatz kommenden Lampen bringen es immerhin auf stimmungsvolle 2600 K.

Bis 2012 mussten die Wohler Weihnachtsterne Jahr für Jahr mit 3000 Glühbirnen bestückt werden. Jeweils im November wurden sie eingeschraubt und nach dem 6. Januar wieder rausgedreht und weggeworfen. Ihre Lebensdauer – bei 16 Stunden Brennzeit pro Tag – reichte lediglich für 50 Einsatztage. In dieser Zeit verbrauchten diese 3000 Lampen Energie im Gegenwert von rund 5 200 Franken.

Die modernen LEDs brennen jetzt rund 15 Mal länger als Glühbirnen und verbrauchen dabei 16 Mal weniger Strom. Der Energieverbrauch für die Wohler Weihnachtsbeleuchtung lag bis anhin bei 36 000 kWh. Neu sind es nur noch 2 160 kWh. Die Stromkosten pro Saison sinken somit auf rund 313 (!) Franken.

Einsparungen von 8000 Franken

Die Gesamtkosten für die Weihnachtsbeleuchtung belaufen sich neu auf 22 000 Franken statt wie bisher 30 000 Franken. Der niedrigere Preis resultiert nicht zuletzt aus dem wesentlich günstigeren, weil einfacheren Unterhalt. Es braucht kam mehr Lampenwechsel während der Weihnachtszeit (LEDs gehen kaum mehr kaputt).

Den 3000 Glühbirnen, die jedes Jahr neu eingekauft werden mussten, stehen heute (nach der einmaligen Beschaffung) lediglich noch die Kosten von jährlich geschätzten 20 Stück neuen LED-Ersatzlampen gegenüber.

Damit die Wohler Bevölkerung keine weihnächtliche Enttäuschung erleben muss, wurden die Lampen im Vorfeld getestet. Schon im letzten Jahr kamen vereinzelt LEDs zum Einsatz. Sie haben sich auf der ganzen Linie bewährt, Wind und Wetter getrotzt und auch das «Sommerlager» gut überstanden. Die IBW Technik schätzt, dass die jetzt montierten LEDs die nächsten 10 bis 15 Jahre ihren Dienst versehen werden.

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