Vergleiche hinken immer, die einen mehr, die anderen weniger.

So lässt sich denn auch die finanzielle Situation der viertgrössten Aargauer Gemeinde Wohlen nicht 1:1 mit jener der Nachbargemeinde Bremgarten vergleichen.

Die politische Struktur, die Führung und Kultur sind anders.

Augenfällig anders schaut auch die finanzpolitische Momentaufnahme der zwei Gemeinden aus: Wohlen ist praktisch schuldenfrei, hat einen hohen Steuerfuss von 113 % sowie einen sehr grossen Erneuerungsbedarf, dessen Umsetzung aus politischen Gründen stockt.

Bremgarten hat Schulden von 10 Mio. Franken netto, einen mässigen Steuerfuss von 97 %, eine laufend erneuerte Infrastruktur und keinen Investitionsstau.

Die Schulden verdoppeln sich

Bremgarten verbessert und erneuert die Infrastruktur dauernd. Hinter dieser Strategie stehen alle politischen Vertreter von links bis rechts.

«Die laufende Erneuerung lohnt sich» sagen Finanzverwalter Hans Peter Bäni und Stadtammann Raymond Tellenbach unisono, «mit dieser vorsätzlichen Methode fahren wir mittel- und langfristig finanziell garantiert besser.»

Da nimmt man auch in Kauf, dass der Schuldenberg in den nächsten Jahren stark zunimmt.

Gemäss Finanzplan könnte die Nettoschuld Bremgartens von heute 10 Mio. Franken bis zum Jahr 2019 auf knapp 24 Millionen Franken steigen und bis zum Jahr 2022 wieder auf rund 20 Mio. Franken sinken.

Das Investitionsprogramm sieht allein fürs Jahr 2014 Ausgaben im Betrag von 4,1 Mio. Franken vor. Grösster Brocken ist der Hochwasserschutz auf dem Abschnitt «Hexenturm bis ARA-Brücke» mit 1,1 Mio. Franken.

Ebenfalls stark zu Buche schlägt nächstes Jahr mit 750 000 Franken das Erneuerungspaket der IT (Informationstechnik und Datenverarbeitung) für die Schule .

Badi-Vorlage zum Zweiten

Zünftig Niederschlag im Bremgarter Investitionsprogramm der nächsten Jahre findet die Badanlage.

Nach der geplanten Vollsanierung der regionalen Badi zu Kosten von 9,1 Mio. Franken, die an der Referendumsabstimmung im Herbst 2012 scheiterte, will der Stadtrat eine abgespeckte Variante mit mutmasslichen Gesamtkosten von 6,5 Mio. Franken vorlegen.

Kommt dieses Sanierungsprojekt an der Gemeindeversammlung 2014 durch, werden in den Jahren 2015 und 2016 zwei grössere Badi-Tranchen im Umfang von 3,1 und 2,6 Mio. Franken fällig.

Abgeschlossen werden soll die Gesamtsanierung des Hallenbads und des Freibadgebäudes im Jahr 2017.