Zonenplan

Die Stadt kann noch wachsen – Bremgarten will zusätzlichen Wohnraum in der Oberebene

Durch eine Teiländerung des Zonenplans könnten hier auf der Oberebene Wohnungen entstehen.

Durch eine Teiländerung des Zonenplans könnten hier auf der Oberebene Wohnungen entstehen.

Teiländerung des Zonenplans soll Platz schaffen für 500 neue Einwohner. Wenn alles rund läuft, dann könnte an der Wintergemeinde dieses Jahr über die Teiländerung des Zonenplans abgestimmt werden.

Kurz und schnurz auf einen Nenner gebracht: Bremgarten will zusätzlichen Wohnraum in der Oberebene schaffen. Gut 500 Personen könnten auf dem ehemaligen Comolli-Areal in zehn bis 20 Jahren ein neues Zuhause finden, wenn die Einwohner und natürlich der Kanton mit einer Teiländerung der Nutzungsplanung in der Oberebene einverstanden sind.

Auslöser für die Pläne des Stadtrats waren die Vorgaben des eidgenössischen Raumplanungsgesetzes, das seit Mai 2014 in Kraft ist. Dieses verlangt die Förderung einer kompakten Siedlungsentwicklung, um so die Zersiedelung und den Landverschleiss zu bremsen und den haushälterischen Umgang mit dem Boden zu fördern. Die Umsetzung des Gesetzes auf kantonaler wie auch kommunaler Ebene orientiert sich wesentlich an der Bevölkerungsentwicklung. Gestützt auf die Berechnungen aus verschiedenen Entwicklungsszenarien wird für Bremgarten bis ins Jahr 2030 ein Wachstum um 1400 bis 1500 Einwohner angenommen. Dies entspricht einer künftigen Gesamtbevölkerung von 9100 bis 9250 Menschen.

Zwei Mitwirkungsverfahren

Vor zwei Jahren wurde das Planungsbüro Arcoplan in Ennetbaden mit der Gesamtrevision der allgemeinen kommunalen Nutzungsplanung für Bremgarten beauftragt. Als erster Schritt erarbeitete dazu eine fachlich breit abgestützte Planungskommission ein Räumliches Entwicklungsleitbild. Dieses trägt zur Schärfung des Gemeindeprofils bei, indem es eine räumlich-strategische Vorstellung davon vermittelt, wie sich die Gemeinde gesamthaft und in den verschiedenen Quartieren in den nächsten 25 Jahren entwickeln soll. Die im Leitbild formulierten Entwicklungsstrategien sind ausgerichtet auf die Nutzung von Verdichtungspotenzialen. Das betrifft laufend bereits überbaute Wohn- und Mischzonen, kurz- bis mittelfristig unüberbaute Wohn- und Mischzonen sowie mittel- bis langfristig die Entwicklung des Gebiets Oberebene.

Untrennbar mit der Siedlungsentwicklung verbunden, ist die Verkehrsplanung. Für diese Aufgabe hat die Planungskommission das Instrument des Kommunalen Gesamtplans Verkehr erarbeitet. Er zeigt die verkehrlichen Grundlagen für die Siedlungsentwicklung auf und definiert Zielsetzungen und Massnahmen, um den verkehrstechnischen Herausforderungen begegnen zu können.

Für die notwendige Teiländerung des Zonenplans, um in der Oberebene Wohn- und Gerwerberäume bauen zu können, wie auch für Entwicklungsbild und Verkehrsplanung lädt der Stadtrat die Bevölkerung zur öffentlichen Mitwirkung ein. «Uns ist es wichtig», sagt dazu Stadtammann Raymond Tellenbach, «dass sich jeder seine Meinung bilden und von Anfang an am Prozess mitbeteiligen kann.» Alle relevanten Dokumente zum Mitwirkungsverfahren sind ab 1. April auf www.bremgarten.ch verfügbar.

Bauen in zehn Jahren

Bremgarten mit seiner denkmalgeschützten Altstadt hat kaum mehr Flächen, um zu expandieren. Die drei Grundbesitzer in der Oberebene haben ihren Kooperationswillen bereits bekundet. Wenn alles rund läuft, dann könnte an der Wintergemeinde dieses Jahr über die Teiländerung des Zonenplans abgestimmt werden. Vor der Bebauung muss das Gelände allerdings erst modelliert werden. Ein Prozess, der gute zehn Jahre dauert.

Infoanlässe: 2. April, 19 Uhr, Reussbrückesaal, öffentliche Informationsveranstaltung im Rahmen der Mitwirkungsverfahren. 17. April, 17–21 Uhr, Rathaus, Fragestunde für Interessierte.

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Autor

Christian Breitschmid

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