Für die Sportvereine war es ein Schlag ins Gesicht. Am 3. Juni waren die vier Vorlagen zur Sanierung der Anlagen von Fussballclub und Sportverein von der Gemeindeversammlung noch mit klaren Mehrheiten bewilligt worden. Drei Monate später, nach der Referendumsabstimmung vom 13. September, standen sie vor einem Scherbenhaufen. Die Kreditbegehren über insgesamt 1,1 Mio. Franken waren allesamt grossmehrheitlich abgelehnt worden. Das bei einer Stimmbeteiligung von knapp über 66%.

Gemeindeammann Matthias Moser jedoch hatte schon damals vorsichtig Optimismus signalisiert: «Der Souverän hat entschieden, und das gilt es zu akzeptieren», sagte er und schob jedoch umgehend nach: «Der hohe Anteil an Ja-Stimmen zeigt mir, dass der Handlungsbedarf grundsätzlich anerkannt ist.» Es gelte, hielt Moser fest, jetzt noch einmal über die Bücher zu gehen.

Neue Vorlage in Arbeit

Mittlerweile ist man in Tägerig noch einmal über die Bücher gegangen. Ziel sei es, erklärte Gemeindeschreiber Rolf Meier auf Anfrage, über anstehenden Sanierungen an der Gemeindeversammlung vom 3. Juni noch einmal befinden zu können.

Für die Ausarbeitung einer entsprechenden Vorlage sei eine Kommission aus Vertretern von Gemeinderat, Fussballclub und Sportverein gebildet worden. Auch die Kritiker der ersten Vorlage habe man angehört, erklärte Meier weiter. Grundsätzlich gehe es darum, die Projekte noch einmal zu hinterfragen, einzelne Elemente auf ihre Notwendigkeit hin zu überprüfen und insgesamt die Kosten zu optimieren.

Die Ausgangslage, erklärte Meier, habe sich dabei aufgrund einer Praxis-Änderung des Kantons bei der Vergabe von Geldern aus dem Swisslos-Fonds etwas verändert. Bisher konnten nur Vereine den vollen Beitrag von 40% ausschöpfen, jetzt kann das auch eine Gemeinde. Für Tägerig standen beim ersten Projekt 300 000 Franken aus dem Swisslos-Fonds zur Diskussion, welche an die Vereine gegangen wären.

Deshalb traten die Vereine auch als Verantwortliche auf, die Gemeinde hätte lediglich Beiträge an die Projekte gesprochen. Das war dann auch einer der Kritikpunkte der Gegner. Unter den neuen Vorzeichen, erklärte Meier, könne nun die Gemeinde die Projektverantwortung und damit auch die Kostenkontrolle übernehmen. Damit, so hoffe der Gemeinderat, sei ein wichtiges Gegenargument vom Tisch.

Details und Zahlen zum überarbeiteten Projekt sollen laut Rolf Meier bereits in den nächsten zwei bis drei Wochen vorliegen, damit genügend Zeit bleibe, eine ausgereifte Vorlage für die Gemeindeversammlung im Frühsommer auszuarbeiten.