Damit die Leistungsvereinbarungen mit den elf Vertragsgemeinden erfüllt werden konnten, musste der Spitex Verein Muri und Umgebung teures Fachpersonal anmieten. Und steht vor grossen zusätzlichen neuen Herausforderungen. Sterben zu Hause, 24 Stunden-Dienst, Kostenentwicklung, Aufrüstung im elektronischen Bereich zur Vernetzung mit Spitälern, Heimen und Hausärzten sind die Stichworte, die Präsidentin Franziska Stenico in ihrem Jahresbericht auflistet.

Viele Überstunden

Im letzten Jahr mussten durch das Personal vermehrt Überstunden geleistet werden. «Diese Stunden stiegen von Monat zu Monat, sodass unsere Mitarbeitenden durch externes Personal unterstützt werden mussten». Allerdings sei der Arbeitsmarkt noch immer sehr ausgetrocknet. «Neues Personal einstellen zu können ist oft ein frommer Wunsch». Deshalb sei die Spitex Muri und Umgebung gezwungen gewesen, teures Fachpersonal auszumieten.
Zu spüren seien neben der steigenden Zahl der Hochaltrigen einerseits die zunehmenden, frühzeitigen Entlassung aus den Spitälern sowie die vermehrten ambulanten Eingriffe, andererseits
der immer häufigere Wunsch von Betroffenen mit komplexen Krankheitsbildern, zu Hause betreut zu werden. Zudem zeigt sich ein neues Bild: Bewohner verlassen nach kurzen Aufenthalten die Alters- und Pflegeheime wieder und können mit Unterstützung der
Spitex erneut in ihre Wohnungen
zurückkehren.

Zusammenarbeit drängt sich auf

Die Spitex Muri und Umgebung hat sich auch angesichts der neuen Herausforderungen einer Workshopreihe des Regionalplanungsverbandes Oberes Freiamt angeschlossen. Sämtliche Anbieter im Gesundheitsbereich Alter der Region haben sich zu einem offenen Austausch getroffen, bei dem Ausrichtung und Strategien jeder Institution diskutiert und analysiert wurden. «Aus den Resultaten zeichnete sich ab, dass sich eine Zusammenarbeit mit der Nachbarspitex Oberfreiamt in Sins geradezu aufdrängt», hält Stenico fest. «In Anbetracht der steigenden Kosten und des Beachtens der Betriebswirtschaftlichkeit sehen wir einen sinnvollen Weg, gewisse Ressourcen künftig gemeinsam zu nutzen und Energie zu bündeln.»

Steigende Pflegestunden

Die hohe Arbeitsbelastung habe die Mitarbeitenden zum Teil an ihre Grenzen gebracht, stellt Geschäftsführer Bircan Gültekin fest. Gut entwickelt hat sich der Bereich der psychiatrischen Krankenpflege. «Die Zusammenarbeit mit den anderen Spitex-Organisationen, mit welchen wir Leistungsvereinbarungen haben, gestaltet sich vielversprechend.» Insgesamt entwickle sich dieser Bereich sehr positiv mit steigender Anzahl der Pflegestunden. Die Einsatzstunden beliefen sich im letzten Jahr auf 13 378 (Vorjahr: 11 834), wovon 12 564 (10 787) auf die Krankenpflege und der Rest auf die Hauswirtschaft entfiel. Es wurden 261 (257) Klientinnen und Klienten betreut. Dafür standen 18,5 (15,95) Personalstellen zur Verfügung. Praktikanten der Pflegi mir werden im Stellenplan nicht aufgeführt.