Die Sonne scheint auf die Solarpanels der OptimaSolar-Genossenschaft Freiamt in Aristau. Sie produzieren ab Anfang Juli Strom. «Wir wären bereit, müssen aber noch auf den Verteilkasten der Elektra warten», erklären Sascha Winterberg, bei der Genossenschaft für die Technik zuständig, und Jacqueline Bedo, welche die Öffentlichkeitsarbeit betreut. Die erste Etappe des Solarkraftwerks ist damit realisiert.

Auf dem Dach der Landwirte Josef und Pia Schmid in Birri ist eine Photovoltaikanlage mit einer Leistung von 30 kWp installiert. Das ist erst der Anfang: Die zweite Etappe wird in der ersten Hälfte 2017 in Angriff genommen.

Der Vollausbau ist dann eine Anlage mit einer Leistung von 140 kWp, einer Solarpanelfläche von 813 Quadratmetern und einer Jahresproduktion von 125 000 kWh. Die Investitionskosten belaufen sich auf 210 000 Franken. «Uns fehlen jetzt noch 40 000 bis 50 000 Franken und wir können loslegen», freuen sich Bedo und Winterberg.

Regional verkaufen

Sie wissen, dass «der Solarenergie gegenwärtig ein rauer Wind entgegen bläst», wie sich Winterberg ausdrückt. Der Strom ist so billig wie nie und die Elektrizitätsgewaltigen haben kein Interesse, sich für den Strom von der Sonne besonders ins Zeug zu legen. «Man hat eher den Eindruck, dass sie diese Entwicklung zu bremsen versuchen.»

Umso mehr will sich die Genossenschaft OptimaSolar engagieren, die in Freiburg, Solothurn, Worblental und eben auch im Freiamt aktiv ist. Der Freiämter Ableger ist aus der ursprünglichen Solarenergie-Genossenschaft Muri (Somu) herausgewachsen. Die Genossenschaften planen, finanzieren, bauen und betreiben in Zusammenarbeit mit Dacheigentümern Solaranlagen auf dafür geeigneten Dächern.

Der Strom wird möglichst regional verkauft. «In einem grossen Pool können wir Tarifschwankungen ausgleichen», erklärt Winterberg den Zusammenschluss mit OptimaSolar. Das ist wichtig, weil die Verzinsung des Genossenschaftskapitals vom Stromerlös abhängig ist; aktuell wird das Geld mit 1,5 Prozent verzinst.

Andere Einstellung

«Es braucht ein grosses Dach, Menschen, die Geld in saubere Energie investieren wollen und Käufer, die diesem Strom abnehmen», fasst Winterberg zusammen. Bei Schmids hat der Genossenschaftsvorstand, nach langer Suche im Freiamt, ein grosses Dach gefunden, das sich mit seiner Ausrichtung optimal für die Stromproduktion eignet.

Geld ist vorhanden und zusätzliches für weitere Projekte gern gesehen. Anstatt einer Dachmiete erhalten Schmids eine entsprechende Anzahl Anteilscheine der Genossenschaft und nutzen den auf ihrem Dach produzierten Strom auch selber. «Viele meine Bauernkollegen meinen, mit einem Dach, das keine Arbeit mit sich bringt, keinen Unterhalt braucht und kein Risiko bedeutet, Geld verdienen zu können. Diese Zeiten sind vorbei», sagt Bauer Schmid. «Für den Wechsel zu sauberer Elektrizität braucht es eine andere Einstellung.»

Die Genossenschaft wird jetzt, wo die Anlage ans Netz geht, den Verkauf von sauberem Strom aktiv ankurbeln. Ziel ist nicht, den grossen Gewinn zu machen. Mehrerträge werden in neue Anlagen investiert, das Genossenschaftskapital marktabhängig verzinst. «In erster Linie wollen wir die Leute begeistern, sich für Solarstrom zu engagieren. Wer Anteilscheine kauft, kann seinen Stromverbrauch so kompensieren. Interessierte können den Strom mittels Herkunftsnachweis bei OptimaSolar kaufen und sich so aktiv an der Energiewende beteiligen», unterstreicht Bedo. Mit dem Kauf des Solarstroms wird der Bau weiterer Photovoltaikanlagen unterstützt.

Die OptimaSolar-Genossenschaft Freiamt ist deshalb auch weiterhin auf der Suche nach geeigneten Dächern. «Wir sind überzeugt, dass die Stromproduktion mit Photovoltaikanlage eine grosse Zukunft hat und auch wirtschaftlich interessant ist.»