Freiamt
Die Selbsthilfeorganisation Insieme Freiamt ist eine starke Stütze für Beeinträchtigte

Insieme Freiamt setzt sich für rund 100 Menschen mit einer Beeinträchtigung ein. Die Selbsthilfeorganisation hat bei ihrem Engagement immer noch manche Hürde zu überwinden.

Walter Christen
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Ein gut besuchtes Angebot von Insieme Freiamt ist das Nordic Walking. az (archiv)

Ein gut besuchtes Angebot von Insieme Freiamt ist das Nordic Walking. az (archiv)

Andrea Marthaler

Als Selbsthilfeorganisation wurde der Verein Insieme Freiamt im Jahr 1973 von Eltern gegründet. Die Mitglieder kümmern sich gemeinsam, solidarisch und mit konzentrierten Kräften um die Anliegen von Menschen mit einer kognitiven Beeinträchtigung, die ihre Anliegen nur zu einem kleinen Teil selber vertreten können.

Gegen Diskriminierung

Der Verein ist politisch und konfessionell neutral, kämpft gegen jede Form der Diskriminierung, erfüllt seine Aufgaben bedarfsgerecht, wirkungsorientiert und effizient. Die einfachen Strukturen von Insieme sind für Mitglieder und Anspruchsgruppen klar und überschaubar. Insieme Freiamt ist mit 50 anderen lokalen Insieme-Vereinigungen im Dachverband Insieme Schweiz zusammengeschlossen.

Die Elternorganisation setzt sich für rechtliche Rahmenbedingungen und gesellschaftliche Voraussetzungen ein, die es den rund 100 Menschen mit einer geistigen Behinderung im Freiamt erlauben, ein würdiges Leben zu führen. Denn diese benötigen jemanden, der sich für sie einsetzt – auch heute noch. Dafür steht Insieme Freiamt.

Die AZ erfuhr von Sybille Bader, zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit bei Insieme Freiamt und langjährige Leiterin des Sozialdienstes in der Stiftung St. Josef in Bremgarten, dass es beim Engagement für die Hilfsbedürftigen noch einige Hürden zu überwinden gilt.

«Überall herrscht Spardruck»

«Gegenwärtig sind die politischen Prozesse stark im Vordergrund, bei denen sich überall der Spardruck bemerkbar macht, insbesondere bei der Festlegung von Beiträgen und übrigen sozialen Leistungen. Und genau da braucht es Organisationen wie Insieme. Denn wir sind die Lobby für Menschen mit einer Beeinträchtigung», stellte Sybille Bader fest. Dennoch sei in den vergangenen 40 Jahren in der Gesellschaft ganz viel erreicht worden bezüglich der Menschen mit einer Beeinträchtigung, die heutzutage zum Beispiel von Geburt an Unterstützung erfahren.

Der Einladung zur 45. Generalversammlung von Insieme Freiamt, welche in der Bremgarter St.-Josef-Stiftung durchgeführt wurde, folgten 63 Personen. Die Vorstandsmitglieder berichteten über ihre Ressorts. Dabei wurde den Versammelten einmal mehr vor Augen geführt, was sich im Verein während des Jahres ereignet und wie vielfältig sich das Vereinsleben gestaltet. Dies kam insbesondere in den beiden Kurzfilmen von Vorstandsmitglied Silvia Reichenbach zum Ausdruck.

Neu im Vorstand betätigt sich Christoph Littwin. Präsentiert wurde ein attraktives Jahresprogramm mit dem bereits durchgeführten Familien-Picknick, dem Sommerferienlager in Speicher und dem Ausflug mit Schifffahrt. Der Insieme-Freizeitclub erfreut sich grosser Beliebtheit, nehmen doch jeweils rund 30 Personen am wöchentlichen Angebot teil. Mit 16 Beteiligten ist auch das Nordic-Walking-Angebot gut genutzt.

Sowohl die Jahresrechnung 2017, als auch der Voranschlag 2019 wurden einstimmig verabschiedet. Die Mitgliederbeiträge wurden bei 60 Franken belassen für Mitglieder und bei 30 Franken für Gönner. Die 45. Generalversammlung von Insieme Freiamt wurde mit einem Liedervortrag des Chors des Bildungsclubs Aargau bereichert.

Neue Plattform «Elternsofa»

Insieme lanciert voraussichtlich im September eine nationale Plattform unter dem Titel «Elternsofa» zur Vernetzung von jungen, ratsuchenden Eltern mit erfahrenen Müttern und Vätern. Finden können sie sich im Internet unter www.elternsofa.ch und dort Kontakte knüpfen. Insieme Freiamt ermuntert betroffene Eltern, sich in der Plattform einzubringen.

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