Roth-Haus Muri

Die Schwerstbehinderten gehören zum Dorf

Das Wohnheim Roth-Haus mit Beschäftigungsstätte (links) erhält bis im Sommer 2020 mit einem Anbau die stark gefragten Einzelzimmer.

Das Wohnheim Roth-Haus mit Beschäftigungsstätte (links) erhält bis im Sommer 2020 mit einem Anbau die stark gefragten Einzelzimmer.

Das Roth-Haus, Wohnheim für Schwerstbehinderte, feiert sein 20-Jahr-Jubiläum am Samstag mit viel Musik und allerlei Attraktionen.

Im Wohnheim für Schwerstbehinderte Roth-Haus in Muri leben 28 Menschen, betreut von gut 70 Mitarbeitenden, welche 40 Vollzeitstellen teilen. In der Beschäftigungsstätte sind zusätzliche vier Plätze für externe Personen belegt. Seit 20 Jahren will das Heim den Behinderten eine Lebenssituation bieten, die so weit als möglich vergleichbar ist mit jener von Nichtbehinderten. Deshalb sind die Angestellten mit ihren Betreuten oft im Dorf präsent, gehen mit ihnen einkaufen oder auf einen Spaziergang. «Man kennt uns, man anerkennt uns, auch wenn einmal etwas schiefgeht», sagt Heimleiter Uwe Tischer. Im Wohnheim selber werden drei Wohngruppen mit acht Plätzen und eine Kleingruppe mit vier Plätzen geführt. Ihre Begleitung ist das ganze Jahr rund um die Uhr gewährleistet. Die Tagesabläufe werden für jede Klientin und jeden Klienten möglichst normal gestaltet, sodass diese nach ihren Möglichkeiten am Alltag teilhaben können.

In zwei Beschäftigungsgruppen werden den Klienten in der Beschäftigungsstätte 20 Arbeitsplätze angeboten. Neben der Herstellung von Produkten gibt es musische und sportliche Angebote sowie lebenspraktische Tätigkeiten wie Backen, Bügeln oder Gartenarbeit.

Neue Wohnräume

Im Oktober sollte das Projekt für einen neuen Anbau des Wohnheims präsentiert werden können. «Wir hatten sieben Projekte in der Endausscheidung», sagt Tischer, «die einen waren städtebaulich und denkmalpflegerisch gut, aber genügten funktional nicht, die anderen umgekehrt.» Jetzt hat der Stiftungsrat zwei Projekte ausgewählt, die städtebaulich und denkmalpflegerisch überzeugen, von den Architekten funktional aber überarbeitet werden müssen. «Wir rechnen damit, Ende Oktober definitiv entscheiden zu können.» Der ursprünglich geplante Baubeginn von Sommer 2018 wird sich auf den Spätherbst verschieben, der Bezug dürfte etwa im Sommer 2020 sein. Mit dem zusätzlichen bedürfnisgerechten Raumangebot – die Erwartungen der Angehörigen sind gestiegen, gefragt sind Einzelzimmer – werde das Roth-Haus zukünftig eine noch attraktivere Institution für Platzsuchende sein. «Sonst stimmen die Rahmenbedingungen hier in Muri optimal», findet Tischer: Das Roth-Haus steht mitten im Dorf, ist sowohl für Mitarbeitende als auch für Angehörige mit dem öffentlichen Verkehr leicht erreichbar und kann mit dem Pflegi-Park sogar eine schöne Erholungszone bieten.

«Einzig ein Thema ist manchmal, dass Auswärtige das Heim nicht auf Anhieb als solches erkennen – was genau dem Konzept unseres Heims entspricht, auch Schwerstbehinderte so normal wie möglich am Leben teilhaben zu lassen», freut sich Tischer. Eröffnet wurde das Roth-Haus am 1. Juli 1997. Bevor die Beschäftigungsstätte realisiert werden konnte, wurden die Klienten ins damalige Ökonomiegebäude der Pflegi zur Beschäftigung gefahren.

Jubiläumsfeier: Samstag, 26. August, Aarauerstrasse 11, Muri, ab 13 Uhr mit viel Unterhaltung, Kutschenfahrten, Verpflegung, Besichtigung der Ateliers und Wohngruppen. Acoustic Blues, Rock und Fun ab 17.30 Uhr mit der Band «Pasch4».

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