Die Boswilerin Cordula Stucki und ihr Schwager, der Seenger Mario Baur, können es noch immer kaum glauben: «Wir haben zusammen noch keinen grösseren Auftritt absolviert und uns doch bereits für den Alpen Grand Prix in Meran qualifizieren können. Von so einem Erfolg träumen andere ein Musikerleben lang», sagt Mario Baur.

Und er muss es wissen. Der 60-jährige Sänger, Gitarrist und Saxofonist blickt auf eine lange Amateur-Karriere zurück. Bereits mit 13 Jahren spielte der gebürtige Reinacher in der weit über das Wynental hinaus bekannten Ländlerkapelle «Marinella» seines Vaters die Klarinette, später stand er mit verschiedenen Top Bands auf der Bühne.

Zweiter Platz in Meran 2012

Vor zwei Jahren bewarb er sich mit dem damaligen Musiker-Partner Markus Zemp und dem Lied «Chom doch, wenn’d chasch», erstmals für den internationalen Volksmusik-Wettbewerb im Südtirol. Die «Radys» qualifizierten sich an der Schweizer Ausscheidung für den Final und belegten im Oktober 2012 in Meran den zweiten Platz.

Mit Schwägerin Cordula nimmt Mario jetzt einen zweiten Anlauf. Sie hat als engagierte Sängerin im Boswiler Kirchenchor eine gut gebildete und vor allem schöne Stimme, die Unterhaltungs-Bühne ist für sie jedoch völlig neu: «Ich habe mit Mario zusammen früher schon öfters an Familienfesten ein Liedchen geträllert. Erstmals richtig zusammen gesungen haben wir vor einem Jahr», erzählt sie. «Mein Schwager feierte einen runden Geburtstag und wir suchten nach einem originellen Geschenk. Schliesslich haben Cordula und ich beschlossen, ein paar schöne Titel einzuüben und ihn mit einem Ständchen zu überraschen», sagt Mario.

Zum Weitermachen animiert

Der Auftritt übertraf alle Erwartungen: «Die Leute haben richtig gekocht und uns zum Weitermachen animiert», erinnert sich Cordula an diesen ersten gemeinsamen Auftritt. «Wenn schon denn schon», sagt Mario, und gab beim bekannten Tösstaler Musiker und Komponisten Ueli Bodenmann drei Titel in Auftrag. Damit gings ins renommierte Tonstudio Wörle in Baisweil (D). Dort kam Cordula auf die Welt: «Weil dem Tonmeister die zweite Stimme nicht passte, musste ich innert einer halben Stunde eine neue lernen». Die drei Titel wurden eingesungen, gemastert und einer davon, das Lied «Ein Glas Chianti gute Freunde und Amore» bei der Jury des Alpen Grand Prix eingereicht.

Was beide nicht zu träumen wagten: Nach ein paar Wochen kam das Mail: «Sie sind für den Final vom 17. Oktober 2014 qualifiziert».

Inzwischen steht ein erstes Repertoire. «Wir haben Lieder für Auftritte von ein bis zwei Stunden. Längere Engagements streben wir nicht an», sagen Cordula und Mario, die erfolgreichen New-Comer der Schweizer Volksmusik-Szene. Infos: www.cordula-mario.ch.