Noch vor den Sommerferien war nicht klar, ob und wie es mit dem Mittagstisch in Wohlen weitergehen könnte. Nun ist aber alles geregelt, und das Angebot konnte in so kurzer Zeit sogar ausgebaut werden: Zu den bisherigen zwei Mittagstischstandorten Junkholz und Sorenbühlweg (in den Räumen des Vereins für Jugend und Freizeit) kommt ab den Sportferien der Standort Halde hinzu. Dort werden die Schüler in der grossen Mensa des nahen Berufsbildungszentrums (bbz) Freiamt verköstigt. «Das alles konnte nur dank des gemeinnützigen Ortsvereins (GOV) umgesetzt werden», hält Gemeinderat Paul Huwiler fest.


Besser für Kinder und Finanzen
Der GOV, der bisher für die Aufgabenhilfe zuständig war, hat das Mittagstischangebot im August übernommen und führt neu auch die Betreuungsstunden (ehemals Randstundenbetreuung). «Das hat zu einer Professionalisierung und besseren Nutzung der Personalressourcen geführt. Aber auch für die Kinder ist es sehr positiv, dass sie immer die gleichen Ansprechpersonen haben», so Barbara Müller, Schulleiterin der Primarschule Junkholz.


Der Auslöser dafür, dass die Gemeinde die Angebote der Tagesstrukturen in Privathände abgetreten hat, ist aber ein anderer: «Nur so subventioniert der Kanton das Angebot. Wenn sie von der Schule oder der Gemeinde selbst geführt würden, gäbe es keine Kantonsunterstützung», so Huwiler.
Die Hälfte ausgebucht


Jeder der drei Mittagstische wird ab den Sportferien Platz für 30 Kinder bieten. Bisher nutzen täglich rund 10 bis 17 Schüler pro Ort das Angebot, das sie täglich 12 Franken kostet. «Hauptsächlich sind es Primarschüler, aber auch einige Oberstufenschüler oder teilweise Kindergärtler, die bei uns essen», sagt Magdalena Bärtschi. Sie ist die neu eingesetzte Koordinatorin für schulergänzende Kinderbetreuung in Wohlen.

«Derzeit stagnieren die Anmeldezahlen», sagt sie. «Aber wir sind überzeugt, dass sich das bald ändern wird.» Huwiler gibt zudem zu bedenken: «Im Sommer war es auf einmal nicht sicher, wie es mit dem Mittagstisch weitergehen wird. Mit der neuen professionellen Regelung werden sicherlich viele Eltern Vertrauen fassen und die Angebote nutzen.»


Auch die Lehrerschaft profitiert vom Essen, das Rita Baumann, die Köchin der HPS-Küche, täglich für die beiden Mittagstische Junkholz und Sorenbühlweg zubereitet. «Sie erhalten das Essen zu einem vergünstigten Tarif, weil sie ja nicht zusätzlich betreut werden müssen», erklärt Andrea Fuchs, Vizepräsidentin des GOV. Denn für die Schülerinnen und Schüler im Junkholz ist der Mittagstisch nicht nur ein Platz zum Essen. «Erst waschen wir gemeinsam die Hände, dann wird gegessen, anschliessend die Zähne geputzt und später dürfen sie noch im Betreuungsraum spielen, zeichnen oder lesen», so Bärtschi. «Es wird zu einer Art Ritual.» Dazu gehört auch, dass jedes Kind von allem, was die Köchin zubereitet, ein wenig probiert.
Mehr Informationen gibt es online unter www.schulewohlen.ch unter dem Link Volksschule, schulergänzende Angebote.